Weiterhin keine Obergrenze für Flugbewegungen?

Findel-Wachstum droht mit Dauerlärm

So lange Flugzeuge mit Erdölsprit fliegen, wird es Lärm am Himmel geben. Egal wie intensiv versucht wird, die Motoren zu kapseln zur Lärmdämmung, es bleiben Explosionsmotoren. Niemals aber können Explosionen in aller Stille ablaufen!

Daher haben schon vor Jahren die Interessenvereine eine Deckelung der Flugbewegungen am Findel gefordert. Diskutiert wurde mit Werten zwischen 50.000 und 60.000 pro Jahr, je nachdem ob die Privatfliegerei einberechnet wird oder nicht. Auch wenn zeitweise einzelne Sektionen der bürgerlichen Einheitspartei das in ihre Wahlprogramme übernahmen (wie z.B. DP-Bürgermeister Helminger, als er mit dem »City Airport« Wahlen gewann), wurde nie eine Obergrenze gesetzt.

Seit Mitte dieser Legislaturperiode wird der gewünschte Höchstwert überschritten, und keine wahlwerbende Gruppe außer der KPL hat etwas am Wachstum des Flugverkehrs auszusetzen. Die Piraten schießen allerdings den Vogel ab, indem sie viel mehr als heute angebracht sehen, angeblich um den Wirtschaftsstandort Luxemburg zu stärken. Der hat solche Stärkung allerdings gar nicht nötig, denn niedrigere Steuern für Betriebe als in den drei Nachbarländern, weniger Taxen und geringere Sozialbeiträge reichen aus, um einen ständigen Zuzug ins Land zu organisieren, den wir eigentlich so gar nicht brauchen, müssen doch die Arbeitskräfte für dieses Wachstum ebenfalls über die Grenze zu den neuen Arbeitplätzen anfahren. Denn sie sind in der Regel nicht auf die Fähigkeiten der in Luxemburg als arbeitslos Gemeldeten zugeschnitten. Wenn schon bräuchte es eine ganz andere Ansiedlungspolitik. Da die aber leider in der EU untersagt ist, wäre der Staat selbst gefordert, die Initiative zu ergreifen. Etwas, was die gläubigen Marktfetischisten aber auch zurückweisen, auch wenn der Markt ständig beweist, daß Profitwirtschaft mehr Probleme schafft als löst.

So lange aber mit Explosionsmotoren geflogen wird, ist der An- und Abflug alle drei Minuten quer über die Hauptstadt eine Horrorvorstellung, umso mehr noch immer die Zunahme der Flüge untertags zu noch mehr prozentueller Zunahme bei den Nachtflügen geführt hat. Das ist logisch, denn wenn die Zeit vor 23 Uhr zum Maximum vollgestopft ist, geht halt am Ende nicht mehr alles vor 23 Uhr, und dann findet es eben danach statt. Wie heißt es so schön: »Das Flugzeug muß doch am anderen Morgen flugbereit am Findel stehen!« Sonst kommt der Flugbetrieb durcheinander, und da müssen eben die Anrainer mit gestörtem Schlaf auskommen.

Daß Lärm bei Tag und noch mehr in der Nacht krank macht, ist wissenschaftlich unbestritten. Die Befürworter eines ungebremsten Wachstums der Flugbewegungen tun aber, als gäbe es diese wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht. Sie dürfen daher mit Fug und Recht als Gefährder der Volksgesundheit bezeichnet werden! Wer sie dennoch wählt, ist selber schuld, denn damit kommt es nicht zu einer konsequenten Opposition am Krautmarkt, wie sie die Liste 5 von KPL d‘Kommunisten garantiert.

Diese Profitwirtschaft in Reinkultur, die alles Negative ignoriert, wenn es nicht in der Bilanz zu verbuchen ist, muß jedoch ein Ende kriegen!

Kommt oder kommt Suparna Airlines nicht?

Es ist möglich, auf https://www.flightradar24.com/ im Internet nachzuverfolgen, wie über 1.000 Fluggesellschaften unterwegs sind auf 7.000 Flughäfen. Einer davon ist unser Findel. Wir waren Anfang August darauf aufmerksam gemacht worden, daß da ein neuer nächtlicher Krachmacher mit den Suparna Airlines (früher Yangtze River Express) registriert wurde.

Flightradar24 tut nichts anderes, als die von jedem Zivilflugzeug verpflichtend automatisch gesendeten Transponder-Daten auszulesen und das Ergebnis auf ihrer Seite ins Internet zu stellen. Umso überraschender ist, daß wir mitgeteilt bekamen daß ein Bür­ger, der sich bei der ANA (»Administration de la navigation aérienne«) beschwert hatte als Antwort mitgeteilt bekam, die Suparna Airlines komme seit 2015 nicht mehr auf den Findel.

Tatsache ist aber, daß Flightradar24 weiterhin regelmäßig diese Fluggesellschaft am Findel gemeldet hat.

Da gibt es jetzt eigentlich keine 26 Möglichkeiten, sondern nur zwei, und beide sind ein Skandal. Die erste wäre, daß da Flugzeuge am Findel landen, deren Transponder sie als von der Suparna Airlines ausweist, obwohl sie nicht zu der gehören. So etwas darf auf keinen Fall sein! Die zweite Möglichkeit wäre, daß die ANA so kurz vor einem Wahltermin abwiegeln will und daher bewußt eine falsche Auskunft erteilt. So etwas darf ebenfalls auf keinen Fall sein!

Klärung tut Not. Die fordern wir hiermit öffentlich ein von der Regierung und von der ANA. Wobei unabhängig davon (das heißt wer auch immer die Nachtruhe mit Suparna-Transponder an Bord stört) das Problem der Nachtflüge bleibt. Bemerkenswert ist jedenfalls, daß weder die Statistik der Nachtflüge noch die aller Flugbewegungen für Juli 2018 gestern auf ana.public.lu veröffentlicht waren. Das riecht stark danach, als ob da der Ball flach gehalten werden solle vor der Wahl, damit zumindest das Wachstum der letzten Sommermonate nicht für Aufregung sorgt. Im November kann ja dann alles bequem nachgereicht werden, Gesetz wird damit ja keins verletzt.

Jedenfalls lag von Januar bis Juni 2018 jeder Monat deutlich über dem Vorjahr, wobei im Juni mit 7.359 internationalen Flugbewegungen an 30 Tagen ein neuer Höchststand zu verbuchen war mit durchschnittlich 245,3 Bewegungen. Es reicht, das muß das Ende der Fahnenstange sein!

jmj

Dienstag 28. August 2018