Mit der Franco- Diktatur brechen!

Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) kommentierte am Sonntag die von der spanischen Regierung angekündigte Umbettung der Gebeine Francos:

Viele Jahre lang haben spanische Antifaschisten sowie internationale Organisationen der Spanienkämpfer und ihrer Freunde gefordert, daß das faschistische Mahnmal im sogenannten Tal der Gefallenen endlich umgewidmet wird und kein Wallfahrtsort mehr für Francos Verherrlichung ist. Letzte Woche hat das spanische Kabinett endlich ein Dekret verabschiedet, um die Überreste des ehemaligen Diktators Franco aus der Kirche im Tal zu exhumieren. Dies war eines der Wahlversprechen nach der Regierungsübernahme durch Mißtrauensantrag von Premierminister Pedro Sánchez vom Partido Socialista Obrero Español (PSOE).

Das Dekret muß noch das Parlament passieren. Die Volkspartei (PP), die aus der ehemaligen Franco-Administration hervorgegangen ist, hat bereits damit gedroht, eine Verfassungsbeschwerde einzureichen. Auch die rechte Ciudadanos-Partei (Bürger) kündigte an, daß sie die Exhumierung nicht unterstützen werde.

Die linken politischen Parteien (Republikanische Linke von Katalonien oder Podemos) unterstützen das Dekret, fordern aber, daß nicht nur die Knochen exhumiert werden, sondern daß eine wirkliche Abkehr von der Diktatur und den Verbrechen beginnen und eine »Wiedergutmachung aller Opfer des Franquismus« erfolgen müsse. Denn das Amnestiegesetz war keine wirkliche Aufarbeitung, weil nur verurteilte Verbrechen amnestiert werden können. Franquisten wurden nie vor Gericht gestellt. Bis heute boykottiert Spanien alle Versuche, die Täter vor jeder »Amnestie« zur Rechenschaft zu ziehen.

Der Wallfahrtsort der Faschisten soll zum Gedenkort an die Opfer des Faschismus werden. Schätzungsweise 34.000 Menschen wurden mit den Überresten des Diktators im Tal begraben, hauptsächlich Republikaner, Anarchisten, Kommunisten und baskische und katalanische Nationalisten. Es gibt auch Zwangsarbeiter, die den Bau nicht überlebt haben. Mehrere Angehörige von Opfern fordern die Schließung des Mausoleums. Die baskische nationalistische Partei (PNV) argumentiert mit anderen für einen Abriß. (…).

Als Reaktion auf den Kabinettsbeschluß haben faschistische und francofaschistische Organisationen in Spanien Kundgebungen und Widerstand gegen die »Entweihung des Grabes« von Franco gefordert. Es wird also nicht nur eine Entscheidung im Parlament, sondern auch eine Herausforderung für antifaschistische Organisationen in Spanien und darüber hinaus sein, die Chance nicht zu verpassen, mit dem Gedenken an die faschistische Diktatur sichtbar zu brechen.

Verehrer Francos am 15. Juli in seinem Grab (Foto: AFP)

Montag 27. August 2018