Neues Scheibchen DP-Wahlprogramm präsentiert:

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»Zukunft op Lëtzebuergesch mat der Méisprochegkeet«

Am Donnerstagmorgen präsentierte die DP eine weitere Folge aus ihrer Reihe der scheibchenweisen Vorstellung ihres Wahlprogramms. Diesmal im Bereich »Identitéit a Kultur« unter dem Slogan »Zukunft op Lëtzebuergesch mat der Méisprochegkeet«, erklärten die Wirtschaftsliberalen, daß ihr Fokus im Falle einer Mandatsverlängerung auf dem Ausbau des Kursangebotes bei Luxemburgisch liegen soll. IN diesem Zusammenhang soll am 20-Jahresplan für die luxemburgische Sprache festgehalten werden

Der Süd-Spitzenkandidat und aktuelle Bildungsminister Claude Meisch will für diesen Ausbau mehr Geld investieren, um vor allem auch die luxeemburgische Sprache im Alltag mehr zu fördern. Hier schwebte ihm besonders der Klinikbereich vor. Im Bereich der Gesundheit sei es von besonderer Wichtigkeit, daß Mediziner und Patienten sich verständigen könnten. Aus diesem Grunde sollen die Beschäftigten im Gesundheitssektor mehr Sprachkurse angeboten bekommen und in jedem Krankenhaus soll ein Übersetzungsdienst installiert werden, der im Fall von Verständigungsproblemen hinzugezogen werden könne.

Ein heikles Thema bleiben auch die von der DP geförderten Privatschulen, in welchen die Sprößlinge besser situierter Familien platziert werden. Hier verspricht Meisch staatliche Subventionen gegen obligatorische Luxemburgisch-Kurse.

Außerdem soll ein sogenanntes »Lëtzebuerg-Haus« entstehen, welches die luxemburgische Identität dokumentieren und ein Abbild der luxemburgischen Gesellschaft schaffen soll. Dieses Haus soll außerdem an der Entwicklung von Übersetzungsprogrammen im Rahmen der Digitalisierung mitarbeiten. Konkretere Informationen zu dem Projekt »Lëtzebuerg-Haus« waren allerdings am Donnerstagmorgen noch nicht zu bekommen.

Stattdessen aber das Statement, daß bei allem Fokus auf Luxemburgisch die Sprachensituation weiterhin nur auf der Basis der Mehrsprachigkeit funktionieren könne. Das DP-Wahlprogramm spricht von der Überzeugung, daß die Mehrsprachigkeit ein »wertvoller Trumpf« für Luxemburg sei und alle Sprachen darin Hand in Hand gehen sollen.

Daß die DP in letzter Zeit ihr Herz für die luxemburgische Sprache entdeckt hat, ist schon etwas überraschend. Fördert sie doch Privatschulen und trägt mir ihrer Schulpolitik in dieser Legislaturperiode nicht unbedingt dazu bei, daß Schüler und Lehrer der öffentlichen Bildungseinrichtungen sich auf die Materie konzentrieren können. Allzuoft entsteht das Gefühl, daß outgesourct, privatisiert und rationalisiert werden soll, wo dies absolut schädlich ist. Vielleicht soll die plötzliche Liebe zur Sprache aber auch dazu dienen, ein paar Wählerstimmen in politischen Untiefen abzufischen.

CK

Donnerstag 23. August 2018