Weitere Krisenmassnahmen:

Goodyear schließt mehrere Betriebsabteilungen während zusätzlichen Wochen

Am 13. Januar hatte der US-amerikanische Rei­­­fen­herstel­ler Good­­­­­year, der bereits während der Monate November und Dezember 2008 kurzgearbeitet hatte, angekündigt, in den Fabriken in Colmar-Berg werde auch während der Monate Februar, März und April 2009 kurzgearbeitet und nur noch an vier (statt bisher sieben) Tagen in der Woche produziert.

Für Ostern 2009 wollte der Konzern die 1.300 Beschäftigten zudem eine Woche lang in Urlaub schicken, und für den Sommer wurden drei Wochen Zwangsurlaub für die gesam­te Belegschaft verordnet.

Allerdings dürfte es nicht bei diesen Zwangsmassnahmen für die Belegschaft bleiben.

Wohl äußerte die Konzernleitung sich noch nicht öf­fentlich, doch erfuhren wir aus verlässlicher Quelle, dass beschlossen wurde, mehrere Betriebsabteilungen während zusätzlichen Wochen zu schließen.

Inzwischen teilte die Direktion den Beschäftigten der Abteilungen »Business Team Truck«, »Mix & Pep« und »EM« mit, dass sie »wegen eines weiteren Rückgangs der Aufträge«, ab dem 23. Februar und ab dem 23. März jeweils während einer Woche zu hause bleiben müssen.

Während die Direktion während der vergangenen Wo­chen das Märchen ver­breiten ließ, die Krise habe die Solidarität der Goodyear-Leute gestärkt, sind in Wirklichkeit zahlreiche Belegschaftsmitglieder stinksauer auf den Konzern, weil dessen Aktionäre während der vergangenen Jahre hohe Profite kassierten und nun die Auswirkungen der Krise auf die Belegschaft abwälzen, statt die Profite zu benutzen, um die bisherigen Löhne zu garantieren. So funktioniert der Kapitalismus!

A.R .

Ali Ruckert : Sonnabend 14. Februar 2009