Schneeleopard, Berggorilla & Co.

Projekt des UNO-Umweltprogramms und Luxemburgs kümmert sich in Bergregionen Ostafrikas, Zentralasiens und auf dem Indischen Subkontinent um die Letzten ihrer Art

Auf der UNO-Klimakonferenz in Paris hat sich Luxemburg Ende 2015 verpflichtet, sich bis zum Ende dieses Jahrzehnts mit 120 Millionen Euro an Maßnahmen zum Schutz des Klimas und zum Erhalt der Biodiversität in Entwicklungsländern zu beteiligen. Das vom UNO-Umweltprogramm und Luxemburg ins Leben gerufene Projekt »Vanishing Treasures« (»Verschwindende Schätze«) kümmert sich um vom Aussterben bedrohte Tierarten in Bergregionen Ostafrikas, Zentralasiens und auf dem Indischen Subkontinent. Wissenschaftlichen Prognosen zufolge wird der menschengemachte Klimawandel die Lebensräume der letzten Berggorillas, Schneeleoparden und Bengal-Tiger in den kommenden 50 Jahren »signifikant« verändern.

So wird befürchtet, daß die Klimaerwärmung bereits ergriffene Artenschutzmaßnahmen inneffektiv macht, da sie die vom Aussterben bedrohten Tiere neuen Gefahren wie Wassermangel aussetzt und häufig zu einem lokalen Mißverhältnis zwischen Raub- und Beutetieren führt. Weil die Erderwärmung im Himalaja 75 Prozent schneller vonstatten geht als im weltweiten Durchschnitt, befürchten Wissenschaftler, daß der Lebensraum des Schneeleoparden in den kommenden 50 Jahren um zwei Drittel – in Bhutan, Myanmar und Nepal sogar um mehr als 80 Prozent – zusammenschrumpfen wird.

Weil sie einen größeren Lebensraum benötigen, länger leben und im Vergleich zu kleinen Tieren weniger Nachkommen produzieren, sind große Säugetiere besonders anfällig. Längere Trockenperioden erschweren es ihnen, Wasser für sich und ihren Nachwuchs zu finden, Umweltzerstörung und die Ausweitung von Weideflächen schränken ihren Lebensraum immer weiter ein.

Berggorillas (Gorilla beringei beringei) gibt es in freier Wildbahn nur noch an den Hängen der Virunga-Vulkane im Grenzgebiet zwischen der DR Kongo, Uganda und Ruanda sowie im Bwindi-Wald, einem von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannten Nationalpark im Südwesten Ugandas, in zwischen 2.200 und 4.000 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Gebirgswäldern. Ihr derzeitiger Bestand wird nach einer Verdoppelung in den letzten drei Jahrzehnten mittlerweile wieder auf gut 1.000 Individuen geschätzt. Die Menschenaffenart bleibt aber dennoch durch Wilderei und Krankheiten bedroht.

Schneeleoparden (Panthera uncia) kommen im zentralasiatischen Hochgebirge vor – vom Himalaja Nepals und Indiens im Süden bis zum russischen Altai- und Sajangebirge im Norden sowie vom chinesischen Tibet im Osten bis zum Pamir, Hindukusch und Tian Shan im Westen. Dort bewohnt die Großkatze felsige und zerklüftete Bergregionen in bis zu 6.000 Metern Höhe. Aktuelle Schätzungen gehen von insgesamt noch 4.000 bis 6.600 wildlebenden Tieren aus, die sich auf eine Fläche von 1,8 Millionen Quadratkilometern verteilen.

Der Bengalische Königstiger (Panthera tigris tigris) hat seinen Lebensraum auf dem gesamten Indischen Subkontinent. Trotz umfangreicher Schutzmaßnahmen nehmen die Bestände überall weiter ab. Die Internationale Naturschutzunion (IUCN) listet den Königstiger deshalb weiterhin als gefährdet. Schätzungen zufolge gibt es außerhalb von Tierparks noch kaum mehr als 2.500 Tiere.

Im Pariser Klimaabkommen von 2015 setzten sich die Vertreter von 195 Staaten das Ziel, die menschengemachte Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter und, wenn möglich, auf anderthalb Grad zu begrenzen.

oe

Wissenschaftler gehen davon aus, daß der Lebensraum des Schneeleoparden in den nächsten 50 Jahren auf ein Drittel schrumpfen wird. Längere Trockenperioden erschweren es den Großkatzen, Wasser zu finden (Foto: Wikipedia)

Donnerstag 16. August 2018