»Noch drei große Baustellen im Müllerthal«

Minister Bausch: Straßenbauverwaltung hat seit Anfang Juni Reparaturarbeiten im Wert von 1,4 Millionen Euro realisiert

Er könne die Ungeduld der Anfang Juni von schweren Unwettern heimgesuchten Bewohner des Müllerthals über noch nicht beseitigte Straßenschäden »gut verstehen«, heißt es in einer Reaktion des grünen Ministers für eine nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen François Bausch »auf politische Aussagen in den sozialen Medien« zum Fortgang der Reparaturarbeiten. Das gelte besonders für »den Zugang nach Berdorf«. Arbeitsminister Nicolas Schmit hatte am Dienstagabend im Kurznachrichtendienst Twitter kritisiert, »nichts« sei in zwei Monaten passiert. So gebe es an der Straße von Berdorf nach Echternach noch immer an drei Stellen größere Schäden. Es sei »inakzeptabel«, die Betroffenen noch ein ganzes Jahr zu vertrösten. Wenn das zuständige Ministerium nur wolle, könnten die Schäden noch vor dem Winter repariert sein, tönte der LSAP-Spitzenkandidat im Ostbezirk, der selbst in Berdorf wohnt.

Das sei »Wahlkampf auf dem Rücken des Elends der Leute«, gab Bausch ein wenig schief zurück. Die ihm unterstellte Straßenbauverwaltung habe bereits Reparaturarbeiten im Wert von 1,4 Millionen Euro im Müllerthal realisiert und bis auf drei große Baustellen – am CR364 zwischen Echternach und Berdorf und zwischen Vugelsmillen und Berdorf sowie am CR128 im Bereich Halerbaach – seien die Arbeiten »zu 95 Prozent« abgeschlossen. Für die drei Baustellen seien insgesamt 5,7 Millionen Euro bereitgestellt worden, die Arbeiten könnten aber erst nach dem Kollektivurlaub im Bausektor aufgenommen werden. Angesichts der mit Probebohrungen ermittelten Schäden sei in der Tat damit zu rechnen, daß die Reparaturarbeiten am CR364 »fast ein Jahr« dauern werden, räumte Minister Bausch ein.

So hätten die Probebohrungen an der Rutschung an der Nebenstraße CR364 von Echternach nach Berdorf ergeben, »daß wir es bis in eine Tiefe von sechseinhalb Metern mit Aufschüttungen respektive Hangschutt zu tun haben«. Erst dann beginne die Lehmschicht und erst ab acht bis neun Metern Tiefe beginne die Mergelschicht (Sedimentgestein). In den Bereichen der Rutschungen müsse die Straße deshalb bis zur Mergelschicht, also bis zum Niveau des Baches, abgetragen werden. Dann werde der Straßenkörper mit sogenannten Geogittern »wieder Schicht für Schicht aufgebaut«. Während des Unwetters unterspülte Stützmauerfundamente müßten darüber hinaus mit Injektionen stabilisiert und zum Teil auch neu errichtet werden. Angesichts der schweren Schäden und der enormen Instabilität der Hänge müsse die Sicherheit der Bürger bei allen Arbeiten im Mittelpunkt stehen, betonte Bausch. Jedenfalls dürften »keine abenteuerlichen und unüberlegten Entscheidungen getroffen werden.«

oe

(Fotos: Ponts et Chaussées)

Mittwoch 1. August 2018