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Vom »populistischen« Nulltarif und grünen Besserverdienenden

Als die DP an diesem Wochenende Teile ihres Wahlprogramms publik machte, gehörte dazu auch (erstmals) die Forderung, den öffentlichen Transport gratis zu machen.

Die Kostenfreiheit des öffentlichen Transports gehört seit mindestens zwei Jahrzehnten zu den Forderungen der KPL, und auch in ihrem vor drei Monaten veröffentlichten Wahlprogramm wird an dieser Forderung festgehalten.

Seinerzeit hatte die LSAP sogar versprochen, den öffentlichen Transport gratis zu machen, sollte sie in die Regierung kommen. Doch als die »Zozialisten« dann tatsächlich Ministerposten bekam, hatten sie ihr Versprechen schnell vergessen, und die Lohnabhängigen durften weiter für Bus und Zug blechen.

Das hat die Grünen, deren Führungspersonal zu den Besserdienenden gehört, keineswegs gestört, und so ist es eigentlich keine Überraschung, wenn der grüne Minister Bausch die Forderung, den öffentlichen Personentransport gratis zu machen, als »populistische Forderung« bezeichnet. Wichtiger seien ein größeres Angebot und mehr Qualität.
Mehr Qualität und größeres Angebot schließen den Nulltarif natürlich nicht aus, umso mehr der Staat für die Verwirklichung des Gratis-Transports im Jahr lediglich 30 Millionen Euro ausgeben müsste.

Im Vergleich zu den riesigen Steuergeschenken, welche die Regierung von DP, LSAP und Grünen den internationalen Konzernen macht, fallen diese Millionen kaum ins Gewicht. Allerdings würden sie dazu beitragen, die Kaufkraft vieler Kleinverdiener, die auf Bus und Zug angewiesen sind, zu stärken.

Aber das juckt den grünen Minister ebenso wenig wie die Hungerlöhne der Fahrer der Tram.

A.R.

Ali Ruckert : Montag 9. Juli 2018