Finanzspritzen aus Peking

China unterstützt Venezuelas Erdölindustrie mit Milliardenkredit und weiteren Investitionen

Die Volksrepublik China will Venezuela mit einem Sonderkredit in Höhe von fünf Milliarden US-Dollar bei der Ausweitung der Erdölförderung unterstützen. Das erklärte der venezolanische Wirtschafts- und Finanzminister Simón Zerpa am Dienstag vergangener Woche während eines Besuchs in Peking. Zudem werde die chinesische Entwicklungsbank mit einer Direktinvestition im Umfang von 250»Millionen Dollar zu der Produktionssteigerung des venezolanischen Erdölkonzerns PDVSA beitragen.

Zerpa war zusammen mit anderen hochrangigen Vertretern der Regierung, der Zentralbank und von PDVSA zu einer Sitzung der gemeinsamen chinesisch-venezolanischen Wirtschaftskommission in die Hauptstadt der Volksrepublik gereist. Auf chinesischer Seite nahmen Vertreter von Banken und Erdölgesellschaften an den Gesprächen teil. Im Mittelpunkt standen die Bemühungen Venezuelas, die in Folge der von den USA verhängten Finanzsanktionen und der Wirtschaftskrise in dem südamerikanischen Land eingebrochene Erdölförderung zu stabilisieren. Hatte das Land 2016 noch knapp 2,4 Millionen Barrel Öl am Tag produziert, waren es zuletzt nur noch 1,5 Millionen oder weniger. Während des Wahlkampfs hatte Venezuelas Präsident Nicolás Maduro im Mai das Ziel ausgegeben, die Menge um eine Million zu erhöhen, und am 22. Juni bekräftigte Erdölminister und PDVSA-Chef Manuel Quevedo während einer Tagung der Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC) in Wien, daß man an diesem Ziel festhalten und es im zweiten Halbjahr 2018 erreichen wolle. Spezialisten schätzen allerdings, daß Investitionen in Höhe von 20 Milliarden Dollar notwendig sind, um die Industrie wieder auf das Niveau vor der Krise zu bringen.

esischen Erdölgesellschaft CNPC vereinbarte die Delegation aus Caracas deshalb auch, speziell in den von beiden Ländern gemeinsam betriebenen Joint Ventures Anstrengungen für eine Ausweitung der Produktion zu unternehmen. Dazu soll es regelmäßige Sitzungen von Vertretern beider Seiten geben, um den Erfolg der Bemühungen zu kontrollieren und auch neue Geschäftsfelder zu erörtern.

Vor diesem Hintergrund kündigte Zerpa an, daß es in den kommenden Tagen »drei oder vier weitere Finanzierungszusagen« geben werde, die »sehr positive Auswirkungen« auf die Steigerung der Produktion insbesondere im Orinoco-Gürtel haben werden. Zudem sprach er sich generell dafür aus, die bilateralen Beziehungen zwischen Venezuela und China weiterzuentwickeln. Das sei auch eine Antwort auf die Angriffe des USA-Imperialismus auf beide Länder.

Obwohl im vergangenen Jahr keine neuen Großinvestitionen aus China in dem südamerikanischen Land registriert wurden, ist die wirtschaftliche Zusammenarbeit stabil. Peking hat in Venezuela einiges zu verlieren: Zwischen 2005 und 2016 gewährte Chinas Entwicklungsbank Caracas Kredite von mehr als 62 Milliarden Dollar.

Modaira Rubio, Caracas

Die PDVSA-Raffinerie in Puerto La Cruz (Foto: EPA)

Montag 9. Juli 2018