ALEPS asbl:

Kollaps der Gesundheitsberufe?

Seit bereits 2001 setzt sich die ALEPS asbl (»Association Luxembourgeoise des Enseignants Pour Professions de Santé«) für die Qualität in der Ausbildung der Gesundheitsberufe ein und stellte am Mittwochmorgen in Bartringen offen die Frage, wie es in dem Bereich weitergehen sollte. Man fordere, daß sich die drei für den Sektor zuständigen Ministerien endlich an einen Tisch setzen mögen, um Nägel mit Köpfen zu machen, so ALEPS-Präsident Gilles Evrard.

Ein Ministerium schiebe den Schwarzen Peter dem anderen zu und nichts geschehe. Man warte seit zehn Jahren auf einen Neubau des LTPS in Luxemburg. Auch strukturell sei die Ausbildung in den Gesundheitsberufen wenig attraktiv: Die Standorte sind über das ganze Land verstreut und die Ausbildung sei ein BTS-Studium und nicht, wie in vielen anderen Ländern, ein Bachelor.

Viele junge Anwärter würden deshalb ins Ausland gehen und dort bleiben. Mit den pensionsbedingten Abgängen werde es schon bald zu einem Kollaps kommen, warnte Evrard. In manchen Sparten, wie etwa in der Radfiologie, hänge die Ausbildung an einer einzigen Person. Nicht auszudenken, was geschehe, wenn diese irgendwann nicht mehr da sei. Die nötigen Infrastrukturen müßten schnell in Angriff genommen werden und die Ausbildung mit einem Bachelor abschließen. Was darüberhinaus seit langem fehle, sei eine Informationskampagne über die Berufe des Gesundheitssektors und ihre Ausbildung. Über Feuerwehr und Polizei sehe man andauernd TV-Spots und Presseartikel, im Gesundheitsbereich ist dies bisher Fehlanzeige, so Evrard.

CK

Christoph Kühnemund : Mittwoch 27. Juni 2018