SES bleibt zuversichtlich

Satellitenbetreiber erfüllt Erwartungen für 2008 und bekräftigt Wachstumsziele bis 2010

Die Société Européenne des Satellites (SES) hält an ihren ehrgeizigen Wachstumszielen fest. Konzernchef Romain Bausch bekräftigte am Freitag in Betzdorf, der weltweit führende Satellitenbetreiber rechne bis 2010 mit einem jährlichen Umsatzwachstum ”von mehr als fünf Prozent“. Allerdings wies SES für das vergangene Jahr einen Umsatzanstieg um nur 1,2 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro aus, während der Betriebsgewinn 2008 um zwei Prozent auf 625 Millionen Euro zulegte.

Hingegen fiel der Nettogewinn um 4,1 Prozent auf 387,5 Millionen Euro. Dies sei Folge von Restrukturierungskosten, Wechselkursveränderungen und der Abschreibung eines ausgefallenen Satelliten. Die finanzielle Situation des Konzerns sei weiterhin solide und die Auftragseingänge summierten sich derzeit auf fast sechs Milliarden Euro. Im laufenden Jahr sollen rund 800 Millionen Euro investiert und bis 2011 sollen neun neue Satelliten lanciert werden. 2008 wurden drei neue Satelliten erfolgreich ins All geschickt. Die Dividende für die Aktionäre soll um zehn Prozent auf 66 Cent pro Anteilschein erhöht werden.

Von der Wirtschaftskrise nicht betroffen

Von der Wirtschaftskrise sieht sich SES nicht betroffen. »Wir sehen wenige Gefahren, wenn es um die Zukunft unseres Fernsehgeschäfts geht«, sagte Bausch. Seine Zuversicht beruhe auf einem erheblichen Wachstum in neuen Märkten in Osteuropa, Afrika, Asien und Lateinamerika. Zudem sei das für SES wichtige Bezahlfernsehen kaum betroffen: »Es könnte sogar sein, daß mehr Geld für Pay-TV ausgegeben wird, wenn man weniger in Restaurants geht«, spekulierte der SES-Chef. Auch beim öffentlichen Fernsehen seien Nachfrageeinbrüche nach Satellitenkapazität kaum zu erwarten. Werbefinanziertes Fernsehen könne zwar von der Krise betroffen sein, habe aber nur begrenzte Bedeutung für das Ergebnis von SES.
Mit seinen Astra-Satelliten erreicht SES allein in Europa 117 Millionen Haushalte. Die gesamte SES-Satellitenflotte könnte derzeit etwa 95 Prozent der Weltbevölkerung erreichen. Zwischen dem 30. September und dem 31. Dezember 2008 steigerte SES die Nutzungsrate seiner Satellitenflotte auf 79 Prozent gegenüber 77,6 Prozent im dritten Quartal 2008.

Satellitenstart erfolgreich

Derweil teilte der im Dezember 2005 von SES aufgekaufte Satellitenbetreiber New Skies Satellites gestern mit, in der Nacht zum Freitag sei mit NSS-9 der vierzigste Satellit der SES-Flotte erfolgreich ins All gestartet. Etwa eine halbe Stunde nach dem Start vom europäischen Raumfahrtzentrum in Kourou (Französisch-Guyana) habe sich der Satellit von der Ariane-5-Trägerrakete getrennt und sei auf seine vorübergehende geostationäre Umlaufbahn gebracht worden. Erste Signale von NSS-9 habe eine Kontrollstation im australischen Uralla kurz nach Mitternacht mitteleuropäischer Zeit empfangen.
Mindestens 15 Jahre lang soll NSS-9 vom geostationären Orbit aus die Pazifikregion mit TV-Programmen und Telekommunikation versorgen. Seine sogenannte Ausleuchtzone für die westliche Hemisphäre umfaßt Australien, die Philippinen, Japan, China, Korea und die Pazifischen Inseln; eine weitere für die östliche Hemisphäre ist auf die USA, Hawaii und Polynesien ausgerichtet.

oe

Oliver Wagner : Samstag 14. Februar 2009