Streik in mehreren Pflegeeinrichtungen

Kommt es heute zu einer Lösung im Sozialkonflikt?

Mit Spannung hatte man die Sitzung des Ministerrats von Freitag erwartet, da dort Vorschläge diskutiert werden sollten, von denen es geheißen hatte, sie könnten zu einer Lösung im Sozialkonflikt im Pflegebereich führen.
Nach der Sitzung des Ministerrats hieß es, die Regierung habe den Vorschlägen, welche die Dachorganisation der Dienstleister aus dem Alten- und Pflegebereich COPAS Sozialminister Romain Schneider zuvor unterbreitet hatte, zugestimmt.

Einzelheiten wurden aber keine genannt, denn Minister Schneider will erst heute Samstag den Patronatsvertretern und dem OGBL, der die Interessen der streikenden Lohnabhängigen vertritt, die Regierungsvorschläge unterbreiten. Die könnten darin bestehen, dass die Regierung den Trägergesellschaften der Pflegeeinrichtungen zusätzliche staatliche Gelder geben und sie dazu verpflichten wird, den Kollektivvertrag korrekt anzuwenden.

Bekanntlich hatten die Direktionen von fünf Pflegeeinrichtungen, anders als die meisten Pflege- und Sozialeinrichtungen, sich hartnäckig geweigert, dem Personal unter FHL-Kollektivvertrag die seit Oktober 2017 gültige Aufwertung der Laufbahnen und Löhne zu gewähren.

Nach der Nichteinigung, die der OGBL feststellt hatte, und der Urabstimmung bei den Beschäftigten, war es am 6. Juni zum Streik in der Pflegeeinrichtung »An de Wisen« in Bettemburg gekommen, der bis heute anhält. Der Streik hatte zwischenzeitlich für viel Aufregung gesorgt, da der Sodexo-Konzern auf Streikbrecher zurückgegriffen und Polizei angefordert hatte.

Am 7. Juni hatten die Beschäftigten die Arbeit in der Pflegeeinrichtung »Les Parcs du 3ème Age« in Bartringen niedergelegt und bereits nach mehreren Stunden Streik erreicht, dass die Direktion ihnen Genugtuung gab. Am 15. Juni schließlich waren die Beschäftigten der Zitha-Gruppe in Luxemburg und Petingen in den Streik getreten.

A.R.

Ali Ruckert : Freitag 15. Juni 2018