Aus dem Gemeinderat der Stadt Esch/Alzette:

Quer durch den Gemüsegarten

Die Kulturinitiative Hariko des Roten Kreuzes muß in der Hauptstadt aus dem ehemaligen Sogel-Gebäude raus, weil dort ein Neubau hinkommt. Jetzt wird nicht nur Ersatz in der Stadt gesucht, sondern auch ein Platz im Norden und im Süden. Die LSAP will wissen, ob es stimmt, daß der Schöffenrat das alte Friedensgericht dafür hergeben will.

Laut Bürgermeister gibt es große Freude darüber, daß sich Studierende da für Flüchtlinge engagieren wollen. Pim Knaff (DP), der eben erst die gesunkene Kaufkraft als Erklärung für den Niedergang der Escher Geschäftswelt entdeckt hat, erklärt Hariko zum Kulturprojekt. Es sei kein Sozialprojekt. Die Verhandlungen seien weit gediehen, um das Projekt nach Esch zu bringen. Das Friedensgericht wäre ein idealer Ort, weil es zwei größere und zahlreiche kleine Räume bietet. Die Bibliothek kommt dann nicht dorthin, und sonst was auch nicht.

Schule findet statt

Zunächst werden die Reglemente zur Postenbesetzung bewilligt. Kriterium ist das Dienstalter. Nur von Neuen wird verlangt, daß sie sich an den Schulentwicklungsplan halten. Wegen zahlreicher Rechtschreibfehler gibt es bei einem der drei Enthaltungen von LSAP und Codello.

Einstweilen wird in der Grundschule mit 3.238 Kindern gerechnet. Nach dem sozioökonomischen Index von 120 bekommt Esch dafür nach dem Lehrer-Kontingent 6.756 Stunden zugestanden. Diese werden auf die 8 Standorte nach dem fürs Viertel unterschiedlichen Index aufgeteilt, wobei aber da nur wirklich geringfügige Änderungen anfallen. So gibt es in den Nonnewisen und auf Dellhéiht 6 Stunden weniger, im Brill 16 mehr. 222 statt 221 Klassen sind fürs nächste Schuljahr geplant. Nur 47% der Kinder im Précoce-Alter sind tatsächlich eingeschrieben! Das wird vielen zum Nachteil gereichen, aber der neue Schöffenrat hat da auch keine Aufklärung der Eltern geplant, um den Anteil zu erhöhen.

Heute sind in der Grundschule 100% Kinder, davon 1.359 (41%) mit portugiesischer, 1.154 (35%) mit Luxemburger Staatsbürgerschaft. Alle anderen sind unter ferner liefen zu verbuchen.

In den Maisons Relais sind aktuell 1.140 Kinder, und es können auch nicht mehr werden. Bemerkenswert ist, daß der Anteil der Luxemburger hier höher ist als der der Portugiesen, obwohl die ein luxemburgischsprachiges Umfeld und Hausaufgabenbetreuung wesentlich dringender bräuchten. Aber es ist halt öfter eine portugiesische Großmutter da, die gut kocht, aber nicht bei den Hausaufgaben helfen kann. Das hat den vorigen Schöffenrat nicht in seiner Selbstzufriedenheit gestört, und stört den neuen auch nicht, denn die wenigsten Eltern wählen mit. So sind da halt 508 Luxemburger und 495 Portugiesen. Und das Verhältnis wird sich nächstes Schuljahr auch nicht ändern.

Die Lénk bemängelt, daß Kleppen jetzt schon wieder eine Annexe und nicht eine eigenständige Schule wird. Die Aufteilung auf bis zu fünf Standorte einer Schule ist denn auch einer der Hauptnachteile in Esch. Daß der öffentlichen Schule zu wenig Mittel für optimale Ergebnisse zur Verfügung gestellt werden, hat niemand gesagt. Dafür war die KPL die letzten sechs Jahre zuständig, aber die verbliebenen Sektionen der bürgerlichen Einheitspartei strecken sich halt nach der vom neoliberal regierten Staat zur Verfügung gestellten Decke. Blöd für die Kinder, die dadurch auf der Strecke bleiben!

Die internationale Schule im Victor Hugo hat einen »riesegrousse succès« freut sich die LSAP: 420 Escher Kinder gingen dorthin. Sie untersteht aber dem Ministerium und wird nie ein »fester Bestandteil« der Escher Schullandschaft, sondern sie bringt, ob das die LSAP einsieht oder nicht, das Gegenteil von Integration.

Bei der Schulorganisation enthält sich die Lénk, Codello und Hansen sind nicht im Raum, der anwesende Rest stimmt dafür. Die Schulentwicklungspläne werden ungeschaut, nicht vorgestellt und undiskutiert einstimmig abgesegnet.

PAG Wobrecken

Es geht um das 2,39 ha große Dreieck Boulevard G-D Charlotte, Avenue de la Paix und Boulevard Churchill (unter Ausschluß der Häuser dortselbst). Das ist nötig um dort eine neue Grundschule nebst Maison Relais bauen zu können. So nebenbei steht im Dossier, in Esch gäbe es auf den 1.435 ha der Gemeinde 33.939 Einwohner und 13.310 Arbeitsplätze, also 2,55 Einwohner pro Arbeitsplatz (2,5 wäre ideal).
Da dankenswerter Weise kein Einwohner gegen die Umklassierung auf »établissements publics« Einspruch erhoben hat, wird das freudig einstimmig durchgewunken. Eine Grünschneise für die Fledermäuse bleibt erhalten längs des Bd Charlotte. Das Ganze wird über Wege fußläufig durchlässig bleiben und auch eine Grünzone kriegen.

Kreuz und quer

Der Schöffenrat will die 920 professionellen Vignetten fürs Abstellen von Autos stark reduzieren. Dafür wird die Möglichkeit einer provisorisichen Vignette geschaffen, für Leute die keine Anrainervignette haben, aber wegen einer Baustelle nicht in ihre Garage kommen.

Das voraussichtliche Budget 2018 des Escher CIGL mit 9,767 Millionen Euro wird genehmigt. Laut Konvention gibt es dafür als Subvention 6,406 Millionen Euro.

Der Escher Tierschutzverein bekommt die Subvention auf die Tierarztkosten von 50 auf 60% erhöht, wobei das bei 13.000 € gedeckelt wird. Der Beitrag zu den Lohnkosten wird von 2.500 auf 2.800 erhöht.
Einiges ist mal wieder teurer geworden als geplant. Die Renovierung des Hauses auf 19, rue de Neudarf sollte 400.000 € kosten, es braucht aber 70.000 mehr.

Das Pavillon 4 am Brill-Platz muß schon wieder umgebaut werden, diesmal für Esch 2022 asbl. Das kostet 50.000 Euro.

jmj

Freitag 15. Juni 2018