China mahnt Kooperation an

Globale Wirtschaft stand im Mittelpunkt des Gipfeltreffens in Shanghai

Der chinesische Präsident Xi Jinping hat auf dem Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) in der ostchinesischen Stadt Qingdao zu mehr globaler Zusammenarbeit aufgerufen. Die nur auf sich selbst gerichtete und »kurzsichtige Politik der geschlossenen Türen« müsse beendet werden, sagte Xi am Sonntag. Gleichzeitig forderte er den Abbau von Spannungen im globalen Handel. »Wir müssen die Regeln der Welthandelsorganisation aufrechterhalten, das multilaterale Handelssystem unterstützen und eine offene globale Wirtschaft aufbauen«, erklärte Xi.

Die Gesprächsrunde vorwiegend asiatischer Staaten fand in diesem Jahr am selben Wochenende wie der Gipfel der sogenannten G7 in Kanada statt. Der chinesische Präsident warb für einen weiteren Ausbau der 2001 gegründeten Gemeinschaft, die schon jetzt 20 Prozent des Welthandels und 40 Prozent der Weltbevölkerung ausmache. Eine »größere Stärke« der SCO bedeute auch eine größere Aufmerksamkeit der »internationalen Gemeinschaft«.

Auf Einladung Chinas nahmen unter anderem Rußlands Präsident Wladimir Putin, Indiens Premierminister Narendra Modi, Irans Präsident Hassan Rohani sowie die Staatschefs von Belarus, Pakistan, Afghanistan, Kirgistan, Usbekistan und Tadschikistan an dem Treffen teil.

Putin nutzte die Zusammenkunft, um Vorwürfe der G7-Staaten gegen ihn zurückzuweisen. Diese hatten Moskau in ihrer Abschlußerklärung zu einem Ende destabilisierender Handlungen aufgerufen. »Diese Solidarität steht auf tönernen Füßen«, sagte er. »Wir müssen dieses kreative Geschwätz beenden und zu konkreten Fragen echter Zusammenarbeit übergehen«. Gleichzeitig zeigte Putin sich offen für ein Treffen mit USA-Präsident Donald Trump. »Sobald die USA bereit sind, kann dieses Treffen stattfinden«, erklärte er. Seit Trumps Amtsantritt im Januar 2017 hat es noch kein bilaterales gegeben.

Auf dem Gipfel in Qingdao verurteilte zudem der iranische Präsident Rohani am Sonntag, daß die USA das Wiener Abkommen aufgekündigt hatten. Dies sei das jüngste Beispiel für einen Alleingang und für die Mißachtung der Entscheidungen der internationalen Gemeinschaft durch Washington, erklärte er. »Die Bemühungen der USA, ihre Politik anderen aufzuzwingen, wachsen sich zu einer Bedrohung für alle aus«, warnte Rohani. (Agenturen/ jW/ZLV)

Gemeinsam für mehr Handel: Sitzung der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit am Sonntag in Qingdao

Montag 11. Juni 2018