Arbeitslosigkeit noch immer über Vorkrisenniveau

Am Dienstag hat die »Agence pour le développement de l’emploi« (Adem) die Arbeitslosenzahlen im Vormonat veröffentlicht. Demnach gab es in Luxemburg am 30. April 15.369 Arbeitslose, die dem Arbeitsmarkt am Stichtag zur Verfügung standen und bei der Adem eingeschrieben waren. Gegenüber April 2017 bedeute dies einen Rückgang um 557 betroffene Personen oder 3,5 Prozent, wird in der Pressemitteilung betont. Die Arbeitslosenquote wird mit »saisonbereinigt« 5,6 Prozent angegeben, was demnach ein Zehntelprozentpunkt weniger als im März 2018 wäre.

Die amtlichen Zahlen geben indes kein vollständiges Bild ab: Herausgerechnet aus der Statistik sind beispielsweise jene, die am Stichtag an einer Beschäftigungsmaßnahme teilnahmen, mehr als sieben Tage krankgeschrieben waren oder sich im Elternurlaub befanden, und vor allem Menschen, die angeblich nicht »aktiv« nach einer (neuen) Anstellung gesucht haben oder nicht (mehr) bei der Adem eingeschrieben waren. Sie alle werden nicht zu den Arbeitslosen »im engeren Sinne« gezählt.

Am Stichtag gab es jedoch 5.065 Männer und Frauen, die an einer Beschäftigungsmaßnahme teilnahmen, laut der Mitteilung waren das 225 Personen (4,3 Prozent) weniger als vor Jahresfrist. Rechnet man nur die Teilnehmer an Beschäftigungsmaßnahmen zu den offiziell Betroffenen hinzu, so waren im April mehr als 20.400 Männer und Frauen in Luxemburg von Arbeitslosigkeit »im weiteren Sinne« betroffen. Von diesen erhielten nur 7.660 Einwohner (sowie 508 eingeschränkt arbeitsfähige Grenzgänger) eine Arbeitslosenentschädigung in voller Höhe ausbezahlt, geht aus einer mit der Mitteilung verschickten Aufstellung hervor. Innerhalb eines Jahres sei die Zahl der voll entschädigten Einwohner um 3,8 Prozent gesunken.

Die Zahl der im Laufe des Aprils bei der Adem gemeldeten freien Stellen wird in der Mitteilung mit 3.266 angegeben. Das seien 567 unbesetzte Stellen (21 Prozent) mehr als im Vorjahresapril gewesen.

Wie ein Blick in das mittlerweile eingestellte »Bulletin luxembourgeois de l’emploi« ergibt, ist mit einer Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent das Vorkrisenniveau auf dem Arbeitsmarkt noch immer nicht wieder erreicht worden. Im April 2011 – also vor der Verschärfung der letzten Wirtschaftskrise – wurden offiziell 13.091 Arbeitslose gezählt und die Quote wurde damals mit 5,5 Prozent angegeben. Aus Zahlen des Statec ergibt sich weiter, daß die durchschnittliche Arbeitslosenrate in Luxemburg von 1985 bis 2008 bei rund drei Prozent lag. 2009 stieg die Arbeitslosenquote auf 5,5 Prozent, 2011 ging sie wieder ein wenig runter, um ab 2012 wieder zu steigen und im Jahr 2014 erstmals die Sieben-Prozent-Marke zu knacken. Erst dann ging die Arbeitslosigkeit seit Januar 2015 wieder zurück und nähert sich dem Vorkrisenniveau.

oe

Dienstag 22. Mai 2018