»Lëtzebuergescht Marx-Monument« auf Kirchberg enthüllt

Kunstkollektiv Richtung22 ehrt Claude »Panama« Marx

Als am Samstag, Karl Marx’ 200. Geburtstag, in seiner Geburtsstadt Trier eine 5,50 Meter hohe Bronzestatue des revolutionären Denkers enthüllt wurde, errichtete das Konschtkollektiv Richtung22 vor der Handelskammer auf dem Kirchberg ein »Lëtzebuergescht Marx-Monument«. Mit dem an das Werk des chinesischen Bildhauers Wu Weishan in Trier angelehnten »Claude-Marx-Monument«, das einen nach vorne schreitenden Direktor der Finanzaufsichtsbehörde CSSF zeigt, werde »ee vun eise groussen Kapitalisten« geehrt, heißt es auf der Rückseite des im Kreisverkehr vor der Handelskammer aufgestellten Monuments.

Im Sockel heißt es in Anlehnung an den letzten Satz des von Marx und Friedrich Engels 1847/48 verfaßten »Manifest der Kommunistischen Partei«: »Kapital vun alle Länner, vereeneg dech! (Zu Lëtzebuerg)«. Auf der Rückseite heißt es erläuternd, »Claude ‚Panama’ Marx« sei »E moralescht Virbild a sengem Bestriewen, Lëtzebuerg zu engem Uert vu Gerechtegkeet ze maachen«. Denn immerhin, so heißt es in einer Pressemitteilung des Kunstkollektivs, habe »die Politik« den CSSF-Direktor nicht kritisiert, sondern ihm auch noch Rückendeckung gegeben, als sein Name vor zwei Jahren in der internationalen Presse im Zusammenhang mit den »Panama Papers« über Firmengeflechte und Briefkastenfirmen zur Steuervermeidung im großen Stil fiel.

200 Jahre nach der Geburt des »Philosophen, Soziologen und Ökonomen« Karl Marx sei dessen Alptraum ein paar Kilometer weiter westlich so lebendig wie nie: »D’Finanzoligarchie gëtt duerch déi national, lëtzebuergesch Gesetzgebungen virum Proletariat vun alle Länner geschützt«, konstatiert Richtung22.

oe

(Foto: Richtung22)

Oliver Wagner : Montag 7. Mai 2018