Unser Leitartikel:
Alles Gute!

Auf der Schwelle des neuen Jahres ist es üblich, nur das Beste für die nächsten 12 Monate zu wünschen. Das ist eine schöne Tradition, nur richtet das Geschehen im richtigen Leben sich nicht unbedingt nach den Wunschbildern.

Die Wirklichkeit ist hartnäckig, und Wünsche allein werden nicht ausreichen, um die kapitalistische Finanz- und Wirtschaftskrise und deren negative Folgen für die schaffenden Menschen zu überwinden. Aus dieser Optik gesehen, wird das Jahr 2010 so beginnen, wie das Jahr 2009 zu Ende ging.

Das heißt aber auch, dass im neuen Jahr bis auf weiteres mehr als 20.000 Menschen ohne Arbeit und mehr als 7.000 auf Kurzarbeit gesetzt sein werden, dass das Ausmaß der Armut und der Wohnungsnot hoch sein wird, und die Perspektiven für große Teile der jungen Generation nicht besonders gut sein werden.

Verdrängt werden sollte auch nicht, dass die Gefahr besteht, dass es für große Teile der Bevölkerung zu Sozialabbau kommen wird, wenn sich die Vertreter der Schaffenden in der nationalen Tripatite von Patronat und Regierung zu »Kompromissen« breitklopfen lassen sollten, was nicht zu hoffen ist.

In der Vergangenheit endete die Tripartite jedenfalls immer damit, dass unter dem Deckmantel der »nationalen Solidarität« die Interessen des Kapitals und der reichen Oberschicht gewahrt wurden, während das Salariat einseitig belastet wurde.

Würde sich das im Jahr 2010 wiederholen, wäre es das Gegenteil von sozialer Gerechtigkeit und würde bedeuten, dass die arbeitenden Menschen für eine Krise bezahlen müssen, die sie nicht verschuldet haben.

Auch die besten Wünsche zu Neujahr werden das nicht verhindern können, wenn die Schaffenden nicht selbst dafür sorgen, dass es nicht so weit kommt. Das setzt voraus, dass sie sich – in der trügerischen Hoffnung, dass sie ungeschoren davon kommen werden – weder ducken, noch auf die demagogische Propaganda der Regierung und der »staatstragenden« Parteien hereinfallen, sondern sich dazu durchringen werden, aktiv und solidarisch dazu beitragen, dass es nicht so weit kommen kann.

Für die Interessen der Schaffenden wird auch wichtig sein, ob die kommunistische Partei – trotz des allgegenwärtigen Antikommunismus – im nächsten Jahr an Einfluss in der Gesellschaft gewinnen wird, und in welchem Maße Teile der arbeitenden Menschen erkennen werden, dass eine starke kommunistische Partei gebraucht wird, wenn in diesem Land Verhältnisse geschaffen werden sollen, die sich dadurch auszeichnen, dass nicht der Profit, sondern der Mensch im Mittelpunkt steht. Auch da hilft kein Wunschdenken, sondern nur persönlicher Einsatz und Zivilcourage.

In diesem Zusammenhang wird auch wichtig sein, wie sich die »Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek« im kommenden Jahr weiterentwickeln wird, ob sie ihre Reichweite vergrößern, ihren Mitarbeiterstab vergrößern, ihren Inhalt interessanter gestalten und ihre Qualität verbessern kann. In diesem Sinne allen Leserinnen und Lesern die besten Wünsche und eine gute Gesundheit für 2010!

Ali Ruckert

Ali Ruckert : Donnerstag 31. Dezember 2009