Neue NATO-Agentur NAMA kommt nach Capellen

Armeeminister bekräftigt Teilnahme Luxemburgs
am NATO-Krieg in Afghanistan

Die im September vergangenen Jahres gegründete neue NATO-Agentur NAMA wird vorübergehend in Luxemburg untergebracht. Ein entsprechendes Abkommen mit Gunnar Borch, Generaldirektor der »NATO Airlift Management Agency« , hat Vizepremier und Außenminister Jean Asselborn einer Pressemitteilung seines Ministeriums zufolge am vergangenen Freitag unterzeichnet. Dieses sehe vor, daß die zum Betreiben dreier Militärtrans-portflugzeuge vom Typ C-17 gegründete NAMA bis 2010 im Großherzogtum bleiben und in Capellen auf dem Gelände der dort seit 1968 ansässigen »NATO Maintenance and Supply Agency« (NAMSA) untergebracht wird. Im Laufe des Jahres 2010 soll die NAMA ihren definitiven Sitz im westungarischen Pápa bekommen.

Die drei C-17 Militärtrans-porter werden im Rahmen der »Strategic Airlift Capability« (SAC) von 13 NATO-Staaten und mit Finnland und Schweden von zwei angeblich neutralen EU-Staaten gemeinsam angeschafft und zentral gewartet. Auffallend ist, daß sich neben den fünf Gründungsmitgliedern USA, Italien, Niederlande, Norwegen und Dänemark auch die 1999 in die NATO aufgenommenen osteuropäischen Staaten Polen, Tschechien und Ungarn sowie die erst 2004 hinzugekommenen baltischen Staaten, die Slowakei und Slowenien an NAMA beteiligen.

Wie es in der Mitteilung des Außenministeriums weiter heißt, ist die C-17 ein militärisches Transportflugzeug, daß 77 Tonnen Fracht aufnehmen kann und mit einem Aktionsradius von 4.500 Kilometern eine interkontinentale Reichweite hat. Die C-17 wurde vom US-amerikanischen Rüstungskonzern McDonnell Douglas entwickelt und wird seit dessen Übernahme von Boeing produziert. Die US Air Force setzt die Flugzeuge bereits seit 1993 ein, seit 2001 werden sie auch von der britischen und seit 2006 auch von der australischen Luftwaffe eingesetzt. Herstellerangaben zufolge ist es mit einer C-17 möglich, »jegliche Ausrüstung von der Heimatbasis direkt bis in die Kampfzone zu transportieren« sowie Fracht oder Fallschirmtruppen während des Fluges abzusetzen.

Derweil hat der gerade von der sogenannten Münchner Sicherheitskonferenz zurückgekehrte Armeeminister Jean-Louis Schiltz am Montag das militärische Engagement Luxemburgs am Hindukusch bekräftigt. Gegenüber dem Radiosender DNR erklärte er, es sei wichtig, daß Luxemburg, das bisher neun Soldaten am Kabuler Flughafen stationiert hat, »weiterhin seinen Beitrag in Afghanistan leistet« . Für die NATO sei es »fatal« , wenn eines ihrer Mitglieder sich dazu entscheiden sollte, »sich nicht mehr truppenmäßig zu beteiligen« . Auf »Spekulationen« , wann das »Engagement der NATO in Afghanistan« beendet sein könnte, wollte sich Schiltz gestern nicht einlassen. oe

Oliver Wagner : mardi 10 février 2009