Schon zu viele Arbeitsplätze in der Hauptstadt:

Hollerich fordert Park statt nochmals 6.000 Arbeitsplätze

Der Hollericher Interessenverein hat die Faxen des blaugrünen Schöffenrats dicke, ihn zwar alle Jahre wieder zu einer Anhörung zu empfangen, ihm dabei aber nicht richtig zuzuhören und ihn schlicht und ergreifend abzuweisen. Zuletzt passiert ist das am 3. Februar anläßlich der mündlichen Verhandlung über die Reklamation zum neuen Allgemeinen Bebauungsplan.

Schon Arbeitsplätze für Stadt mit 500.000 Einwohnern

Dabei hatten die Vertreter des Interessenvereins wie im schriftlichen Text erneut darauf hingewiesen, daß es bereits viel zu viele Arbeitsplätze in der Hauptstadt hat, und zwar so viel wie eine Stadt mit 500.000 Einwohnern braucht. Das war dem Schöffenrat offensichtlich zu plastisch, denn es durfte den Weg ins Protokoll nicht finden, das mit Datum vom 7.3.2017 mittels Einschreiben zugestellt wurde. Aber ob’s gefällt oder nicht: das verursacht exakt den Verkehr in der Stadt und die Staus an den Stadteinfahrten, von denen die Escher Straße wie die Escher Autobahn sich in Hollerich befinden, unter denen alle leiden.

Die Verknappung der Parkplätze, mit denen der Schöffenrat behauptet den Autoverkehr reduzieren zu können, führt zu weiterem Verkehr, nämlich zu Parksuchverkehr bis hinein in die kleinste Nebenstraße. Da die Kapazität des öffentlichen Bus- und Zugverkehrs keinesfalls reicht, haben die Grenzgänger aber gar keine andere Wahl als mit dem Auto zu kommen. Es ist daher absolut kontraproduktiv mit dem neuen Bebauungsplan die Abstellplätze für Autos nochmals zu verringern – was den Weg ins Protokoll auch nicht fand.

Dafür steht die Antwort der Bürgermeisterin sehr wohl da: Hollerich sei ideal gelegen, um an den öffentlichen Verkehr angebunden zu werden, ganz besonders an die Tram – das schöffenrätliche Allheilmittel mit unbegrenzter Phantasie-Kapazität. So soll es möglich werden, ein rechtes Gleichgewicht herzustellen zwischen dem Schaffen zusätzlicher Arbeitsplätze, die notwendig seien für eine blühende Wirtschaft (!?), und neuen Wohnungen.

Zur Ablehnung einer Bebauung ab Salzhof des Autobahnendes und zur Forderung nach unterirdischer Ableitung des Verkehrs ab dort, wo die Autobahn unter dem Kreisverkehr abtaucht, um einen fast 3 ha großen Park zu ermöglichen, verwies die Bürgermeisterin in aller Absurdität exakt auf den vom Interessenverein abgelehnten Leitplan »Porte de Hollerich«. Der enthalte doch auch Grünflächen.

Ja, kleine Restbestände, aber eben vor allem auch zusätzliche 6.000 Arbeitsplätze, die weder Hollerich noch sonst wer in der Hauptstadt braucht. Der Interessenverein schlug der Bürgermeisterin vor, diese Arbeitsplätze nach Steinfort oder sonst wohin an die Grenze zu verlegen. Damit hätten die Grenzgänger weniger weit zur Arbeit, und wir wären den Zusatzverkehr los. Das war wohl auch wieder zu plastisch, denn im Protokoll findet sich das auch nicht.

Symbolische Aktion

Bevor im Gemeinderat der neue Allgemeine Bebauungsplan am 28. April mit blaugrüner Mehrheit abgesegnet wird, wurde daher am Dienstag dieser Woche von 15 bis 16 Uhr eine symbolische Aktion vor der abgesperrten Hollericher Kirche durchgeführt, also vor einem Gebäude in Gemeindebesitz (es war dem Gemeinderat unheimlich wichtig, die Kirche im Besitz zu behalten, obwohl die Kirchenfabrik sie ihm abkaufen wollte, was die Stadtkasse von allen Kosten in Ewigkeit befreit hätte).

Vor der Tür verkündete ein Transparent die Forderung nach einem Park auf dem heute noch nicht nutzbaren Grün, zu dem auch jene Bäume gehören, die beim Bau der Tiefgarage unterm Pferdemarkt am Glacis-Feld zu weichen hatten, und die mit der großmächtigen »Porte de Hollerich« endgültig dem Tod geweiht wären.

Vorgetragen wurden auch die vorstehende Argumentation, die von den erschienenen Journalisten höchst unterschiedlich aufgenommen wurden. Im Bertelsmann-Fernsehen kam alles kurz aber korrekt rüber, während sich das DP-Journal auf die Forderung eines Parks beschränkte. Wobei alle anderen mit Abwesenheit glänzten. Wie so oft also wird in diesen Spalten weitergeschrieben, wo die anderen aufhören!

jmj

Mittwoch 19. April 2017