Ab heute wird die »Ronn Bréck« im Escher Viertel Neudorf abgerissen

Am 23. Januar 1941 flatterte die blauweißrote Fahne auf der »Ronn Bréck«

Während der nächsten Tage wird die »Ronn Bréck« im Escher Viertel Neudorf abgerissen, weshalb die Straße unter der Eisenbahnbrücke zwischen dem 12. und 16. April 2017 gesperrt bleiben wird.

Mit dem Verschwinden der »Ronn Bréck«, die 1927 fertiggestellt wurde, wird gewissermaßen auch ein Symbol des Widerstands gegen die faschistischen deutschen Besatzer während der Jahre 1940-1944 verschwinden.

Am Morgen des ersten Nationalfeiertags nach der Besatzung unseres Landes durch Hitlerdeutschland, am 23. Januar 1941 (Großherzoginsgeburtstag), flatterte – herausragend aus einem Meer von Hakenkreuzfahnen, mit denen die Nazis Esch verschandelt hatten, auf der Brücke eine blauweißrote Fahne.

Da sich keiner der Nazis auf die Brücke wagte, und es auch nicht gelang, die Fahne herunterzuschießen, wurde ein Arbeiter des Schifflinger Hüttenwerks zwangverpflichtet, der schließlich die Fahne herunterholte, wie es in den von Henri Wehenkel zusammengestellten Dokumenten und Materialen »Der antifaschistische Widerstand in Luxemburg« (COPE, 1985) hieß.

Angebracht hatten die Fahne, als Zeichen des Widerstands gegen die Nazis, zwei Schifflinger Arbeiter: Eugène Hever und Michel Hoor.

Michel Hoor war Mitglied der Schifflinger Widerstandsgruppe »Kommunistische Kampfgruppe«, die im Sommer 1940 im Haus Nummer 1 in der Großstraße gegründet wurde. Leiter der Widerstandsgruppe, der unter anderem Nic. Cornelius, Jacques Felten, Pierre Haas, Franz Michels, Léon Steinmetz und Willy Wolter angehörten, war Valentin Adamy, Mitglied des Zentralkomitees der KPL seit 1938. Adamy wurde am 7. August 1941 von der Gestapo verhaftet und starb am 5. Juni 1942 im KZ Neuengamme.

Im Sommer 1941 schloß sich die »Kommunistische Kampfgruppe Schifflingen« mit der Widerstandgruppe Alweraje zusammen.

A.R.

Ali Ruckert : Dienstag 11. April 2017