Russische Führung fürchtet soziale Unruhen

Wie die »Njesawisimaja Gasjeta« berichtet, erklärte der Oberkommandierende der Truppen des russischen Innenministeriums, die Führung des Landes habe entschieden, den Personalbestand der ihm unterstehenden Sicherheitskräfte nicht zu straffen – wie eigentlich vorgesehen – sondern auf dem bisherigen Stand zu halten. Dies hänge mit dem »Umfang der zu erfüllenden Aufgaben« zusammen.

Konkreter wird der Direktor des Departements für den Schutz des Eigentums, der ein Ansteigen der Kriminalität befürchtet, bedingt durch das Ansteigen der Arbeitslosigkeit und der Rückstände bei der Auszahlung der Löhne. Auch der Duma-Abgeordnete Gennadi Gudkow stellt die Aussetzung der »Optimierung« des Personalbestands der Sicherheitskräfte in Zusammenhang mit der Verschlechterung der sozialen Lage der Menschen. Man wolle abwarten »wie sich die Krise entwickelt. Die Menschen verlieren ihre Arbeit. Jegliche nicht vorhersehbare Umstände sind möglich.«

Die »Njesawisimaja Gasjeta« (»Unabhängige Zeitung«) schlußfolgert: »Die Machthabenden erkennen erstmals die Möglichkeit sozialer Unruhen an. Und diese Besorgnis ist nicht übertrieben.«

Willi Gerns

Samstag 7. Februar 2009