Krise erreicht Rotarex

Autozulieferer will in Mamer-Holzem 29 Beschäftigte entlassen – Kurzarbeit in Lintgen

Der zur Rotarex-Gruppe gehörende Autozulieferer Ludec in Mamer-Holzem will sich einem Zeitungsbericht zufolge von 29 seiner 70 Beschäftigten trennen. Wie die Gratiszeitung »L’Essentiel« am Freitag berichtete, seien die Betroffenen bereits seit Wochenbeginn von der Arbeit freigestellt. Angesichts einer desolaten Auftragslage habe die Direktion des vor allem Teile für die Automobilindustrie produzierenden Industriebetriebs einen Sozialplan für die nun als überflüssig erachteten Mitarbeiter aufstellen lassen.

Wie es weiter heißt, handelt es sich bei mindestens 25 der von Entlassung bedrohten Beschäftigten um Grenzgänger. Darunter seien auch Familienväter, langjährige Mitarbeiter und Ehepaare, die beide für Ludec arbeiten. Auf sie werde im Sozialplan, der bislang noch keiner der im Betrieb vertretenen Gewerk-schaft vorgelegt wurde, keinerlei Rücksicht genommen.

Die nach Konzernangaben weltweit etwa 1.500 Mitarbeiter der Rotarex-Gruppe entwickeln und produzieren technisch aufwendige Bauteile wie Hochdruckventile, Anschlüsse und Druckregler, die unter anderem im Fahrzeugbau, im Gesundheitswesen und in der Industrie zum Einsatz kommen. Die Gruppe läßt in insgesamt 15 Fabriken produzieren, die sich vor allem in Europa, aber auch in Brasilien, den USA und China befinden. Rotarex wurde 1922 unter dem Namen Ceodeux in Lintgen gegründet. Dort befindet sich neben dem Hauptsitz der Gruppe auch die Entwicklungs-abteilung des Konzerns.

Ab kommendem Montag würden bei Rotarex in Lintgen 250 Mitarbeiter auf Kurzarbeit gesetzt, heißt es in dem Zeitungsbericht weiter. Doch auch dort befürchten die Be-schäftigten, daß es nicht bei Kurzarbeit bleiben wird. Bereits in der nächsten Woche werde Rotarex auch für den Standort Lintgen Stellenabbaupläne bekanntgeben, so ihre Befürchtung.

oe

Oliver Wagner : Samstag 7. Februar 2009