Briefing

Es werden noch viel mehr Flüchtlinge kommen

Der Regierungsrat habe sich gestern natürlich auch mit der Flüchtlingssituation beschäftigt, erklärte Premier Bettel und fügte an, daß mit noch wesentlich mehr Personen gerechnet werden. Im Juli waren 106 neue Asylanträge gestellt worden, im August bereits 188. In den meisten Fällen habe es sich um Menschen aus Syrien gehandelt, die vor dem dortigen Bürgerkrieg fliehen. Die aktuelle Entwicklung verfolge man mit Sorge, so Bettel, der betonte, OLAI sei dabei, sich all den Menschen anzunehmen und der Situation Herr zu werden. Man werde als Regierung alles daran setzen, eine Einigung in der EU auf eine einheitliche Lösung zu erreichen. Speziell auf den sogenannten »Flüchtlingsgipfel« am 14. September ruhen hier die Hoffnungen. »Wenn dort nichts konkretes herauskommt, haben wir ein Problem«, so Bettel. Die Zahl von 40.000 an die EU-Länder zu verteilenden Flüchtlingen entspreche zudem nicht mehr der aktuellen Situation.

Selektion betreiben

Auch betontte der Premier, daß die Liste der sogenannten »sicheren Herkunftsländer« weiterhin eine Rolle spielen müsse. Asyl suchende Menschen aus diesen Ländern sollten in der aktuellen Lage keine Priorität haben. Die von der NATO geschaffenen blühenden Landschaften auf dem Balkan haben also aufgrund zeitlicher Entfernung mittlerweile das Nachsehen gegenüber den politischen schwarzen Löchern, welche die Entente in Libyen und Syrien geschaffen hat. Pech für die Opfer. CK

Freitag 4. September 2015