Dexia streicht 900 Stellen – 78 in Luxemburg

Für die Gaunereien der Finanzmanager – im September des letzten Jahres retteten die Regierungen Belgiens, Frankreichs und Luxemburgs den Bankkonzern vor dem Bankrott – müssen jetzt die Mitarbeiter die Zeche zahlen.

Wie gestern der stellvertretende Verwaltungsratspräsident Pierre Mariani auf einer Pressekonferenz in Brüssel mitteilte, beabsichtige die französisch-belgische Bank, im Laufe des Jahres 900 Stellen zu streichen. Weltweit beschäftigt Dexia um die 36.500 Mitarbeiter.

In Belgien wolle man 350 Stellen abbauen, in Frankreich 250. Auch Luxemburg sei vom beabsichtigten Arbeitsplatzabbau betroffen. Dort wolle der Konzern die Gehaltsliste um 78 Stellen schrumpfen. Abgebaut werde auch in Großbritannien, Osteuropa und in den USA, hieß es gestern in der belgischen Hauptstadt. Mit dem Stellenabbau wolle der Konzern um die 200 Millionen Euro einsparen.

Zudem beabsichtige Dexia ihre Aktivitäten in Osteuropa, Skandinavien, Indien und Australien einzustellen. Auch wolle der Bankkonzern in diesem Jahr ausnahmsweise die Vergütungen für Manager kürzen und keine Dividenden auszahlen.

Mit diesen Entscheidungen reagiere der Bankkonzern auf die 3 Milliarden Euro Nettoverluste im vergangenen Jahr, davon allein 2,3 Milliarden im letzten Trimester, versuchte gestern in Brüssel der stellvertretende Verwaltungsratspräsident von Dexia den angekündigten Stellenabbau zu rechtfertigen.

g.s.

Gilbert Simonelli : Samstag 31. Januar 2009