Vom 6. bis 11. Juli in Esch/Alzette

»GayMat 4 #Human Rights«

Gestern wurde im Rathaus das offizielle Programm der insgesamt 16. Auflage des GayMat-Festivals vorgestellt. Laurent Boquet, Generalsekretär des Veranstalters Rosa Lëtzebuerg resümierte, daß die Veranstaltung im Laufe der Jahre stetig an Umfang gewänne. So dauere sie in diesem Jahr bereits über eine Woche und der traditionelle Umzug am 11. Juli umfasse bereits drei statt im letzten Jahr zwei Wagen. Auch sei das Interesse am Festival weit über die Grenzen Luxemburgs hinaus enorm, wie am Vorverkauf für die einzelnen Veranstaltungen ablesbar sei. Somit habe die Stadt Esch, welche auf der kommenden Gemeinderatssitzung eine Konvention mit den Veranstaltern unterzeichnen werde, welche dieses Festival an Esch binde, einen touristischen Gewinn.

Zahlreiche Betriebe aus Hotellerie und Gastronomie haben sich bereiterklärt, gegen Vorzeigen eines Festi­valarmbandes 10 Prozent Nachlaß zu gewähren. Das Bändchen kann, wie auch Eintrittskarten zu den Veranstaltungen und Souvenirs, beim Veranstalter erworben werden. In Luxemburg gehe es homosexuellen Menschen im Bezug auf ihre Rechte relativ gut, konstatierte Boquet, der darauf hinwies, daß es in 78 Ländern der Welt noch immer ein Verbrechen sei, einen gleichgeschlechtlichen Partner zu lieben und in 10 Ländern sogar noch die Todesstrafe darauf stehe.

Das Programm des diesjährigen GayMat besteht aus einem breit gefächerten Spektrum von Veranstaltungen. So wird es am kommenden Montag, dem 6. Juli im Resistenzmuseum eine Gedenkzeremonie für die homosexuellen Opfer der Naziherrschaft geben. Am selben Tag wird auch ab 19.45 Uhr im Escher Theater eine Vernissage zu einer Ausstellung junger Künstler gegeben. Am 7. und 9. Juli zeigen die traditionellen Filmabende des Festivals einen lesbischen und einen schwulen Film, jeweils ab 20 Uhr im Ciné Ariston zum üblichen Kinotarif.

Zwei Partys stehen im Rockhalcafé auf dem Programm: Neben der »Closing Party« am 11. Juli gibt es einen Tag zuvor ab 22.30 Uhr eine »Bear Attack!«-Party als Beginn des Festival-Höhepunkts.

Der traditionelle »Equality-March« beginnt am Samstag, dem 11. Juli um 14 Uhr auf dem Resistenzplatz und zieht dann zum Rathausplatz. Aufgerufen zur Teilnahme sei jeder, der sich mit den Opfern von Gewalt und Diskriminierung solidarisch zeigen möchte, erklären die Veranstalter gefolgt von dem Aufruf, gerne farbige Schilder mit solidarischen Sprüchen mitzubringen.

Anders als in den Jahren zuvor könne die Abschlußfeier diesmal wie alle anderen Veranstaltungen in Esch abgehalten werden und es müsse nicht in die Hauptstadt ausgewichen werden, so Boquet. Wer im Anschluß trotzdem gerne noch nach Luxemburg fahren möchte, dem stehen Navetten zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Festival und zum Vorverkauf für die Parties gibt es im Internet unter www.gaymat.lu oder auf Facebook/gaymat. Eintrittskarten können außerdem im Escher Tourist Office am Gemeindeplatz erstanden werden. Die Partys im Rockhalcafé kosten 4 Euro pro Person, in der Kulturfabrik 5 Euro. Das Bändchen für die Vergünstigungen in Esch stelle keine Eintrittskarte für die vorgenannten Veranstaltungen dar, betonte Boquet. Man wolle allerdings für das kommende Jahr ein solches Modell ins Auge fassen.

CK

Christoph Kühnemund : Mittwoch 1. Juli 2015