Volle Inbetriebnahme erst 2016:

Neues Zentralatelier der CFL

Es wird am Ende 66 Mio. gekostet haben, aber vor Anfang 2016 kann der südseitige Gleisanschluß nicht gelegt werden: dazu ist erst die zweite Rotunde abzureißen, die bisher noch gebraucht wurde. Wobei das neue 90 m breite und 180 m lange Zentralatelier dort steht, wo davor die erste Rotunde war.

Der Umzug wird also ein »fließender« sein: der nur südseitig erreichbare Teil steht noch ein Jahr dekorativ in der Gegend, die beiden Teile, die nord- und südseitig angeschlossen werden, damit sie für eine höhere Produktivität auch durchfahren werden können, können einstweilen nur als Sackgasse in Betrieb gehen.

Das bedeutet, daß das Nordatelier beim Bahnhof erst Mitte 2016 abgerissen werden kann, um einem fünften und sechsten Bahnsteig Platz zu machen. Optimisten hegen die Hoffnung, daß darüber ein neues Verwaltungsgebäude für die CFL gebaut wird, denn das heutige hat etliche Probleme, von denen die Hitze im Sommer und die Heizkosten im Winter die ärgsten sind, aber nicht die einzigen.

Nachteile hat der neue Bau natürlich auch, wobei ein Kenner der Verhältnisse uns gegenüber meinte, die richtigen Probleme träten erst zu Tage, wenn da Vollbetrieb läuft. Bei den Arbeitern gibt es einigen Unmut: sie wurden nicht gefragt. Und so fürchten sie sich vor reichlich großer Hitze: ein Lichtdach ist toll für die Helligkeit, aber wenn die Sonne hineinscheint, heizt die Halle blitzartig ganz toll auf. Tatsächlich war’s gestern bereits deutlich wärmer in der Halle als draußen, sogar regelrecht strandtauglich, obwohl es nicht gerade hochsommerlich war. Da gibt es zwar auf halber Hallenhöhe eine Vielzahl kleiner Fenster, die ursprünglich mit Motor zu öffnen sein sollten, aber das ist jetzt nicht ausgeführt worden. Zwar gibt es große Umluftdüsen am Dach, aber das ist keine Klimaanlage: die bläst die Luft mit der Temperatur rein, wie sie draußen herrscht.

Ein totaler Reinfall ist auf jeden Fall, daß der Dachstand dort, wo ganze Doppelstockzüge (DoSto) gewartet werden sollen, 10 cm zu hoch ist. Die Folge ist, daß etliche Schrauben ohne Verstellung so nicht erreichbar sind, also einiges Hin und Her nötig wird. Und dann ist die Tragfähigkeit des Krans dort nicht ausreichend, um die Klimaanlage aus einem DoSto herauszuheben. Es müsssen also dann zuerst die Schrauben aufgedreht werden, dann der Zug in den anderen Hallenteil bewegt werden, um die Klimaanlage dort herauszuheben. Dabei sollte doch weniger rangiert werden . . .

Aber gut, davon sprach weder der CFL-Direktor noch der Minister. Dafür klang’s bei denen, wie wenn das vierte EU-Eisenbahnpaket mit noch mehr Liberalisierung und Konkurrenz schon durch wäre. Dafür solle die CFL nun wettbewerbsfähig gemacht werden. Jean-Claude Thümmel, Präsident des Landesverbands, bedauerte uns gegenüber diese Tonlage: für ihn ist das politisch noch längst nicht durch; die Gewerkschaften wollen sich energisch dagegen zur Wehr setzen. Wir wünschen ihnen vollen Erfolg!

jmj

Dienstag 12. Mai 2015