Schwierige Kollektivvertragsverhandlungen bei Cargolux :

Sparen auf dem Buckel der Beschäftigten

Die Direktion der Frachtfluggesellschaft Cargolux und die Gewerkschaften OGBL und LCGB, die am Dienstag zusammen waren, um über die Erneuerung des Kollektivvertrags zu reden, kamen überein, dass sie bis zu einer nächsten Sitzung am 13. Oktober ihre Forderungskataloge ausarbeiten wollen.

Die Frachtfluggesellschaft hatte im Jahr 2013 einen Nettoprofit von 8,4 Millionen Dollar zu verzeichnen, rechnet aber für 2014 wegen der niedrigen Frachtpreise mit einem Verlust von 50 Millionen Dollar, trotz der vielen Frachtaufträge und der guten Auslastung der Flugzeuge.
Die nächsten Verhandlungsrunden dürften allerdings schwierig werden, da die Beschäftigten befürchten, dass Aktivitäten ausgelagert und Arbeitsplätze in Luxemburg abgebaut werden.

Das Klima bei der Frachtfluggesellschaft hatte sich deutlich verschlechtert, nachdem Cargolux beschlossen hatte, ihrer Tochtergesellschaft in Mailand ein zweites Transportflugzeug zur Verfügung zu stellen, das von italienischem Personal bedient wird, das die Fluggesellschaft billiger zu stehen kommt.

Der LCGB und die ihm angeschlossene »Association des Pilotes de Ligne« (ALPL), der 460 Piloten angeschlossen sind, hatten die Flugkapitäne daher am 26. September aufgerufen, so lange Dienst nach Vorschrift zu leisten, wie die Direktion nicht bereit sei, eine Arbeitsplatzgarantie zu unterzeichnen.

Diese hatte jedoch umgehend abgelehnt. Gestern nun schlug die Direktion allerdings vor, einer »zeitlich befristeten« Arbeitsplatzgarantie zustimmen zu wollen, sollten die Beschäftigten auf Urlaubstage und Ruhepausen verzichten. Diesen Vorstoß Richtung Sozialabbau wiesen die Gewerkschaften allerdings zurück.

Bekannt ist seit einiger Zeit, dass ein großer Teil der Einsparungen in Höhe von 250 Millionen Dollar, welche die Direktion von Cargolux bis zum Jahr 2017 vornehmen will, auf dem Buckel des Personals erfolgen soll.

A.R.

Ali Ruckert : mercredi 1er octobre 2014