Auf Initiative der Escher Sektion des OGB-L

Eine Gedenktafel am Grab von Hans Adam erinnert an den Generalstreik von 1942

In den letzten Wochen wurde überall im Land dem 70. Jahrestag der Befreiung Luxemburgs von den nazistischen Besatzern und der Opfer des Generalstreiks vom 31. August 1942 gedacht.

72 Jahre waren es am 31. August her, dass in der »Schëfflénger Schmelz« Hans Adam, ein gebürtiger Deutscher, der 1897 mit seinen Eltern nach Luxemburg gekommen war, im Hüttenwerk das Signal zum Generalstreik gegeben hatte, indem er einen schweren eisernen Haken an den Griff der Werkssirene befestigt hatte, sodass diese längere Zeit aufheulte. Ab jenem Tag war es im ganzen Land zu zahlreichen Streikaktionen gekommen, nachdem tags zuvor Gauleiter Simon die Zwangsrekrutierung von mehr als 15.000 jungen Männern verkündet hatte. Begonnen hatte die Aktion morgens in der Lederfabrik in Wiltz.

Die Nazis verhängten noch am gleichen Tag den Ausnahmezustand und reagierten mit blutiger Repression auf die Streikaktionen. 20 junge Männer wurden von einem Standgericht zum Tode verurteilt und im Morgengrauen erschossen. Hans Adam wurde am 11. September in Köln-Klingelpütz mit einem Beil enthauptet. 35 weitere Angeklagte wurden in Konzentrationslager verschleppt, andere in den Reichsarbeitsdienst gesteckt.

Ein jedes Jahr wird am 31. August den Opfern des Generalstreiks gedacht. Eine spezielle Gedenkfeier fand dieses Jahr auch am 11. September auf dem Lallinger Friedehof statt, wo Hans Adam begraben ist.

Von der Escher Sektion des OGB-L wurde das Grab, in welchem der deutsche Antifaschist begraben liegt, total erneuert – es befand sich seit vielen Jahren schon in einem unwürdigen Zustand –und mit einer Gedenktafel ausgestattet, die an die heldenhafte Tat von vor 72 Jahren erinnert.

Eine hervorragende Initiative.

g.s.

Gilbert Simonelli : Dienstag 16. September 2014