Aus dem Rümelinger Gemeinderat

»Das Altersheim muß kommen«

In der gestrigen Sitzung des Rümelinger Gemeinderates herrschte erneut das Tauziehen um das geplante Servior-Altersheim vor. Anwohner und zukünftige Nachbarn des im Rahmen des bereits 2002 gestimmten PAP neu geplanten Komplexes mit einem Altersheim, sowie Apartments für betreutes Wohnen hatten sich mit ihrem Anwalt gegen die Gemeinde gewandt. Nachdem das Projekt bereits einige Zeit im Raum steht, war ihnen offensichtlich erst jetzt eingefallen, daß ihr Haus in der rue des Martyrs denkmalgeschützt werden sollte und deswegen das geplante Altersheim im Wege ist.

Ein Avis der Kulturministerin Maggy Nagel von Mitte Juli schlägt die Einklassierung als »monument national« vor, was laut Bürgermeister Haine einige schwerwiegende Bau-Auflagen für das Altersheim mit sich brächte. Daß das Haus der besagten Familie durchaus schützenswert ist, daran bestehe kein Zweifel, allerdings sollte dies auf lokalem Plan geregelt werden, so daß in Genehmigungsfragen die Gemeinde zuständig wäre und nicht, wie im Falle eines »monument national«, das Ministerium.

Leider, so Haine, ist der Avis des Gemeinderates nicht bindend für die Ministerin, jedoch woller sie in Kürze für eine Unterredung treffen, in welcher er ihr die Wichtigkeit des Projektes für das gesamte Kayltal darlegen wolle.

Edmond Peiffer von der KPL wies auf die Tradition und die Geschichte der medizinischen Versorgung in Rümelingen hin und schloß sich der Meinung des Schöffenrates an, daß das Altersheim absolut Vorrang haben müsse. Eine Einstufung des Hauses in der rue des Martyrs auf kommunalem Plan reiche völlig aus.

Wichtig für ganzes Tal

Der Avis der Ministerin wurde einstimmig von allen Fraktionen abgelehnt. Im Anschluß kam der entsprechende PAP auf die Tagesordnung, zu welchem der Schöffenrat die Einwände, etwa einen Mindestgebäudeabstand oder den Schattenwurf betreffend, der Familie des genannten Anwesens entkräften konnte. Bürgermeister Haine wies erneut auf die Wichtigkeit des Projektes für die Region hin und ergänzte, das Projekt sei im Laufe der Planungsjahre eher kleiner als größer geworden. Der Vorwurf, es passe nicht in den historischen Kontext, wollte er nicht gelten lassen: »Wir bauen hier schließlich keinen großherzoglichen Palais«.

Edmond Peiffer von der KPL ließ sich vor seiner Zustimmung vom Schöffenrat versichern, daß der Übergang in das neue Gebäude für die Bewohner des Altersheimes erst durchgeführt werde, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind. Auch im Personalbereich werde es keine negativen Folgen geben. Einstimmig wurde dieser Punkt anschließend positiv verabschiedet.

Die nächste Gemeinderatssitzung ist für den 29. Oktober 2014 anberaumt, in welcher der Schöffenrat unter anderem Zahlen zu den Bürgern vorlegen will, die im vergangenen Jahr auf das Office social angewiesen waren.

CK

Christoph Kühnemund : Donnerstag 11. September 2014