Sonn- und Feiertagsarbeit:

Zuschläge dürfen nicht vorenthalten werden

Der Sonntag ist eigentlich zum Entspannen und Ausruhen da. Ein Tag, den viele im Kreise von Familie und Freunden verbringen. Auch nutzen viele den freien Tag für Sport und Kultur. Freizeitgestaltungen, die man allerdings nicht mehr ausüben kann, wenn man, wie immer häufiger der Fall, sonntags arbeiten muss.

Besonders stark in diese Richtung tendiert seit Jahren der Sektor Handel. Gefordert wird nämlich von gewissen Kreisen, die Öffnungszeiten voll und ganz zu liberalisieren. Jeder sollte selbst entscheiden, wann, wie oft und wie lange er sein Geschäft geöffnet hält. Nicht nur, dass es sich hierbei um eine Forderung handelt, die für den Großteil der Beschäftigten verheerende Folgen hätte, auch wird kein Wort darüber verloren, wie bei einer derartigen Deregulierung der Arbeitszeitorganisation das Personal entlohnt würde, auf welche Zuschüsse es Anrecht hätte.

Schon heute werden die Gewerkschaften häufig damit konfrontiert, dass Beschäftigte (besonders aus kleinen Geschäften) in zunehmendem Maße zur Sonntagsarbeit gezwungen werden, die ihnen per Gesetz zustehende Zuschläge jedoch vorenthalten werden. Den Beschäftigten wird die Sonntagsarbeit vielfach nur durch einen Freizeitausgleich kompensiert – der aus 8 Stunden bestehen muss, wenn der Betroffene sonntags mehr als 4 Stunden gearbeitet hat – vom geschuldeten Zuschuss sehen sie jedoch nichts.

Dabei hält das Gesetz unmissverständlich fest, dass ein Beschäftigter für jede an einem Sonntag geleistete Arbeitsstunde Anspruch auf seinen normalen Stundenlohn zuzüglich eines Zuschlags in Höhe von 70 Prozent hat (100% bei Feiertagen). Die Sonntagsarbeit ist also mit 170% zu vergüten, kann allerdings auch durch einen Freizeitausgleich plus Zuschlag abgegolten werden – Letzteres ist in fast allen Betrieben zur Regel geworden. So sieht es das Arbeitsrecht vor. Für viele ist das allerdings nur Theorie. Die Realität sieht, wie oben erwähnt, vielfach anders aus.
Das darf so nicht länger hingenommen werden!

g.s.

Gilbert Simonelli : Donnerstag 11. September 2014