RTL Group meldet Gewinn­einbruch

Die Umsätze der vom deutschen Medienriesen Bertelsmann kontrollierten RTL Group gingen im ersten Halbjahr um zweieinhalb Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf knapp 2,7 Milliarden Euro zurück. Der operative Gewinn sackte um sechs Prozent auf 519 Millionen Euro ab, wurde am Donnerstag in Luxemburg mitgeteilt. Unter dem Strich brach der Gewinn sogar um über die Hälfte auf 202 Millionen Euro ein. Das habe vor allem an Abschreibungen in Höhe von 88 Millionen Euro auf das Ungarn-Geschäft gelegen, erklärte Europas größter Betreiber von werbefinanziertem Privatfernsehen und Privatradio.

Die Abschreibung zeigt den Co-Chefs Anke Schäferkordt und Guillaume de Posch zufolge den »schwerwiegenden Schaden«, den der konservative ungarische Premier Viktor Orbán mit seiner »überstürzt eingeführten« Werbesteuer verursacht habe. Für RTL habe die Steuer eine »konfiszierende Wirkung«, da es der einzige Medienkonzern in Ungarn sei, der wegen seiner enormen Größe den Spitzensteuersatz von 40 Prozent zu entrichten habe. Während die Frankreich-Tochter M6 im ersten Halbjahr elf Prozent weniger abwarf, konnte das Ergebnis in Deutschland um 2,3 Prozent auf 313 Millionen Euro gesteigert werden. Sogar um 15,8 Prozent ging es den Angaben zufolge in den Benelux-Staaten nach oben.

oe

Oliver Wagner : Freitag 22. August 2014