Luxair will Lohn- und Sozialbedingungen für neu eingestellte Beschäftigte deutlich verschlechtern

Weniger Lohn, weniger Lohntabelle, weniger Urlaub

Während der vergangenen Jahre gingen immer mehr Unternehmen dazu über, die Arbeitsbedingungen und Löhne für neu eingestellte Beschäftigte zu verschlechtern, beziehungsweise zu senken.

Inzwischen wurden unter dem Druck des Kapitals manche Kollektivverträge abgeschlossen, die es ermöglichen, deutlich niedrigere Anfangslöhne zu bezahlen und soziale Errungenschaften auf das gesetzliche Minimum zurückzufahren. Längerfristig wird das natürlich bewirken, dass die Ausgaben des Kapitals für den Kauf von Arbeitskraft zurückgehen werden, so dass die Profitaussichten steigen.

Auch die Fluggesellschaft Luxair versucht gegenwärtig, die Erneuerung des Kollektivvertrags zu nutzen, um eine Reihe sozialer Verschlechterungen, Lohnabbau und mehr Flexibilität mit dem Brecheisen durchzusetzen. Mehrere Maßnahmen sollen ausschließlich die Beschäftigten treffen, die in Zukunft neu eingestellt werden, weshalb das Patronat – ganz im Sinne seiner Devise »Teile und herrsche« – hofft, sie leichter durchsetzen zu können.

Allein über diese Maßnahmen will das vom Luxemburger Staat kontrollierte Flugunternehmen pro Jahr mindestens zwei Millionen Euro einzusparen.
Dazu gehört, dass neuen Beschäftigten kein 13. Monatslohn und keine Zusatzpension mehr zustehen würde, dass sie nur noch in den Genuß des gesetzlichen Mindesturlaubs kommen würden, dass sie, statt der bestehenden automatischen Lohntabelle mit 40 Stufen, nur noch eine solche mit drei Stufen haben würden, wobei sie »individuell« bewertet würden, um vom Anfangslohn zum Zwischen- und dann zum Endlohn zu kommen.

Die Gewerkschaften haben in einem Flugblatt zur Solidarität und zur Verteidigung der im Kollektivvertrag festgehaltenen Errungenschaften aufgerufen.

A.R.

Ali Ruckert : Freitag 1. August 2014