Sanem stellt sich quer

Parteiübergreifender Protest gegen geplante Umgehungsstraße für Bascharage

Weil das tägliche Verkehrschaos in Bascharage wohl noch verschlimmert wird, wenn in Héierchen wie geplant Tanklager gebaut werden, ist im »plan directeur sectoriel« eine Umgehungsstraße durch Sanem vorgesehen. Doch im Nachbarort regt sich parteiübergreifend Widerstand. Am Donnerstagabend beteiligten sich gut 400 Einwohner an einem Protestmarsch von der Mehrzweckhalle im Zentrum von Sanem bis zu der Stelle, an der die Umgehungsstraße gebaut werden soll. Schöffen- und Gemeinderat sowie die Arbeitsgruppe gegen die Umgehungsstraße hatten zu der Manifestation aufgerufen.

Zwar wird die katastrophale Verkehrssituation in Bascharage nicht bestritten, die Sanemer sind aber der Ansicht, das Problem sei »hausgemacht«, weil Schulen, Supermärkte, Restaurants und Tankstellen »an verkehrstechnisch ungünstigen Stellen errichtet« worden seien. Der von Bürgermeister Georges Engel angeführte Manifestationszug richtete sich auch dagegen, daß Tanklager in einem Naturschutzgebiet errichtet werden sollen. Das Areal »Héierchen« liegt in einer Natura-2000-Zone und ist somit Teil eines länderübergreifenden Netzes von Gebieten, in denen gefährdete wildlebende heimische Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume geschützt werden sollen.

Kritisiert wird auch, daß die Umgehungsstraße mitten durch einen der letzten Grüngürtel im Landessüden führen soll. Der »Groussebësch« ist nicht nur ebenfalls Teil besagter Natura-2000-Zone, sondern dient auch als Naherholungsgebiet. Mehrfach wurde betont, der Protest richte sich nicht gegen die Einwohner von Bascharage. Als Alternative für die Umgehungsstraße wird vorgeschlagen, die Zugverbindungen auszubauen. Wer den Protest unterstützen möchte, kann im Internet unter www.no-way.lu eine Peti­tion unterschreiben.

oe

Freitag 25. Juli 2014