»Et spuert een net un der Bildung«

Mehr als 15.000 Schüler und Studenten manifestieren gegen die von DP, LSAP und Déi Gréng geplante Kürzung der Studienbeihilfen

Anschaffung eines Militär-Airbus, Beteiligung an Kriegen der USA und der NATO, Prunkbauten auf dem Kirchberg und anderswo… – es gibt wahrlich bessere Möglichkeiten, das Staatsbudget durch Einsparungen zu entlasten. Aber: »Et spuert een net un der Bildung!« So lautete das Motto des Schüler- und Studentenprotestes gegen die von der Dreierkoalition aus DP, LSAP und Déi Gréng geplante Kürzung der Studienbeihilfen.

Allein 14.500 Schülerinnen und Schüler hatten sich nach Ministeriumsangaben bis Donnerstagnachmittag in die »Streiklisten« eingetragen, am Ende waren es laut »Streikkomitee 6670« sogar mehr als 15.000 Manifestanten, die aus drei Richtungen kommend – Bahnhof, Glacis und Campus Geesseknäppchen – zur ab 11 Uhr völlig überfüllten Place Clairefontaine strömten. »Trotz der sehr kurzfristigen Mobilisierung ist der Streik von heute jetzt schon ein voller Erfolg«, erklärte Pol Reuter, Präsident der Schüler- und Studentenunion UNEL, am Freitagnachmittag im Namen des »Streikkomitees«.

»Wem seng Schoul? – Eis Schoul! Wem seng Bildung? – Eis Bildung! Wem seng Uni? – Eis Uni!«, schallte es ab 10 Uhr durch Bahnhofsviertel und Oberstadt, dazu an Erziehungs- und Hochschulminister Claude Meisch gerichtet: »Claude, mir kommen!« sowie »Mir jäizen haut, well de Meisch eis d’Bildung klaut!« Ins »offene Mikro« erklärte ein Manifestationsteilnehmer, die Regierung stecke »weit mehr als die 150 Millionen Euro«, die sie jährlich an Studienbeihilfen ausgibt, in Rüstungsprojekte wie den Militärairbus A400M und die Beteiligung an Kriegen der USA. Er endete mit der Losung: »Wir sind die Zukunft, nicht der Krieg!«

»Wir wollen in Ruhe ernsthafte Verhandlungen führen. Das bedeutet aber auch, daß der Minister dafür die Bedingungen schaffen muß, indem er das Gesetz vorerst aussetzt. Alle Punkte müssen verhandelbar sein! Der Minister hat bisher nur versprochen, ‚Schönheitsfehler’ zu korrigieren. Ernsthafter Dialog sieht anders aus!«, kommentierte Pol Reuter in der Mitteilung des »Streikkomitees«. Weitere Aktionen wurden nicht ausgeschlossen.

oe

Oliver Wagner : Freitag 25. April 2014