BGL gibt sich bescheiden

Angesichts der Krise der kapitalistischen Finanzmärkte gibt sich die seit Jahresende wieder unter dem Namen Banque Générale de Luxembourg (BGL) firmirende Fortis Banque Luxembourg bescheiden. Obwohl im Vorjahr noch ein Überschuß von 406,6 Millionen Euro erzielt wurde, freut sich die seit Mitte Dezember zu 49,9 Prozent dem Luxemburger Staat gehörende Bank in einer Pressemitteilung über »einen voraussichtlichen, nicht konsolidierten Jahresüberschuß in der Größenordnung von 30 Millionen Euro« für 2008, in dem der »Finanzsektor im Allgemeinen und die Fortis-Gruppe im Besonderen« von einer »schweren Krise heimgesucht« worden sei.

Zwar sei das Geschäft mit der Vermögensverwaltung und dem Private-Banking zurückgegangen, doch hätten sich »die fundamentalen Rentabilitätskennzahlen des traditionellen Bankgeschäfts« weiterhin positiv entwickelt, was »dessen gute Standfestigkeit unter schwierigen Rahmenbedingungen« belege. So sei es etwa gelungen, die Zinserträge (um sieben Prozent) und die Provisionszahlungen (um fünf Prozent) zu steigern. Zudem blieben die allgemeinen Aufwendungen wegen der »weiterhin strikt umgesetzten Kostenbegrenzungsmaßnahmen« unter Kontrolle.

Während ihr die Pleite der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers Verluste in Höhe von acht Millionen Euro beschert habe, sei die BGL vom Ende vergangenen Jahres aufgeflogenen Madoff-Skandal nicht betroffen, beteuerte ihr Chef Carlo Thill am Donnerstag auf einer Pressekonferenz.

Wie es in der Presseerklärung weiter heißt, wird der Verwaltungsrat der für den 2. April angesetzten Hauptversammlung »aus Verantwortungsbewußtsein und Solidarität« vorschlagen, den Verwaltungsratsmitgliedern keine Tantiemen auszuzahlen. »Im gleichen Sinn« seien Verwaltungsrat und Vorstand übereingekommen, den Verwaltungsratsmitgliedern für 2008 »keine variable Vergütung zu zahlen«.

oe

Oliver Wagner : Sonnabend 24. Januar 2009