Die Resultate der Urabstimmung in der Stahlindustrie:

945 von 1.373 stimmten gegen den Abbau der Ruhetage und das Einfrieren der Löhne

In der Januarausgabe der Monatszeitschrift »Aktuell« des OGBL werden erstmals die Resultate der im Dezember 2013 unter den Beschäftigten der Stahlindustrie durchgeführten Urabstimmung veröffentlicht. Die Stahlherren hatten u.a. einen Abbau der Anzahl der Ruhetage und das Einfrieren der Löhne während der 2014 und 2015 gefordert.

»Aktuell« schreibt, an der Urabstimmung hätten sich 1.373 Beschäftigte beteiligt (39 Prozent), von denen 945 die Patronatsvorschläge zurückgewiesen hatten. Zum Zeitpunkt der Urabstimmung hatten allerdings viele der rund 3.500 Beschäftigten, die unter den Kollektivvertrag fallen, bereits Urlaub.

Nach der Urabstimmung waren deren Resultate nicht bekanntgegeben worden, sondern es war zu neuen Verhandlungen zwischen dem Kapital und den Gewerkschaften gekommen, die damit abgeschlossen wurden, dass der OGBL seine Unterschrift unter einen neuen Kollektivvertrag gesetzt hatte.

Dies ist selbstverständlich kein Sieg, sondern eine Abmachung, die es erlaubt, den Schaden zu begrenzen und einige Perspektiven für die Zukunft zu eröffnen, schreibt »Aktuell«.

Die Zustimmung des OGBL unter den Kollektivvertrag wird damit gerechtfertigt, dass der Stahlkonzern damit gedroht hatte, nach einer kurzen Übergangsperiode, nur noch das Arbeitsgesetzbuch anzuwenden. Das hätte zur Folge gehabt, dass alle im Kollektivvertrag festgehaltenen sozialen Errungenschaften verloren gegangen wären.

ArcelorMittal setzt mit dieser Erpressungsmethode Sozialabbau zu Lasten der Beschäftigten der Stahlindustrie durch, ohne dass es zu gewerkschaftlichen Kampfmaßnahmen kam, um das zu verhindern.

Die Kapitalisten in anderen Wirtschaftsbereichen werden sich daran ein Beispiel nehmen.

A.R.

Ali Ruckert : Donnerstag 6. Februar 2014