Düdelinger Grundschulen

»Kiss & Go« soll dem Chaos den Zahn ziehen

Seit dem Herbst des vergangenen Jahres gibt es nach dem Vorbild an Grundschulen anderer Gemeinden im Land sogenannte »Kiss-and-Go«-Haltemöglichkeiten für Eltern, ihre Kinder mit dem Auto abzusetzen und dann direkt weiterzufahren.

Dies soll aufgrund der damit eingeführten Einschränkungen verhindern, daß das hohe Verkehrsaufkommen durch die vielen mit dem elterlichen Wagen zur Schule transportierten Sprößlinge weiterhin für Chaos sorgt. Seinem Nachwuchs ein Vorbild im Straßenverkehr zu sein, scheint nachwievor nicht allen Erziehungsberechtigten bewußt zu sein, weshalb es, besonders auch in der dunklen Jahreszeit, häufig zu haarigen Situationen vor der Schule kommt. Sei es, daß mitten im Wendehammer geparkt wird, das Kind zur Straßenseite aus dem Auto steigt oder die Straße nicht an den vorgesehenen Zebrastreifen überquert wird.

Nun postiert sich besonders zu Schuljahresbeginn die Polizei gerne mit einzelnen Beamten im Einzugsbereich der Grundschule, um eben auf die genannten chaotischen Zustände ein Auge zu werfen. Dabei wird meistens zwar völlig berechtigt eingeschritten, manchmal allerdings fehlt es am gütlichen Ton. Nicht alle Eltern bringen ihre Kinder aus reiner Faulheit mit dem Auto, sondern meistens mit dem Hintergedanken, anschließend zur Arbeit weiterzufahren. Die Zeiten, in denen ein Partner, meistens die Mutter, wie selbstverständlich mit dem Schulweg des Nachwuchses beauftragt war, während der andere arbeiten ging, gehören längst der Vergangenheit an.

Die Argumente, die Kinder sollten grundsätzlich zu Fuß gebracht werden, sind also nicht durch die Bank immer anwendbar. Das Auto ist und bleibt ein Verkehrsmittel und dessen Anwender pauschal zum Sündenbock einer verpaßten Verkehrsplanung zu machen ist einfallslos.

Die Einrichtung solcher Anhaltepunkte an den Grundschulen ist dagegen eine gute Idee. Allerdings scheint noch nicht zu allen Zielpersonen durchgedrungen zu sein, worum es geht. An einem solchen gelb markierten Bordstein darf angehalten werden, um das Kind aussteigen zu lassen. Die Person am Steuer jedoch darf nicht aussteigen, außer das Kind kann dies noch nicht alleine. Parken ist also zwischen 7 Uhr und 8 Uhr, sowie zwischen 13 Uhr und 14 Uhr an Wochentagen grundsätzlich verboten an diesen Stellen, wo die eigens von John Rech und Andy Genen gestalteten Schilder aufgestellt sind. Ein Wermutstropfen neben dem noch immer nicht reibungslosen Ablauf ist allerdings auch der etwas zu kurz geratene Bereich im viereckigen Wendehammer der Düdelinger Brill-Schule, wo man entweder weit weg vom Bordstein steht, weil im Knick bereits ein anderes Auto steht oder aber nahezu im rechten Winkel um die Ecke fahren muß, um an den Bürgersteig heranzukommen. Es bleibt spannend, wie sich eine im Grundsatz gute Idee auch in Düdelingen weiter entwickelt und wie sie angenommen wird.

CK

Christoph Kühnemund : Dienstag 28. Januar 2014