Cargolux-Deal abgeschlossen

OGBL kritisiert Abkommen mit chinesischer Provinz Henan als unausgewogen

Seit Sonntag befindet sich der neue Transportminister François Bausch in China, um den noch von der alten Regierung angeleierten Cargolux-Deal abzuschließen. Gestern unterzeichneten Bausch und Xie Fuzhan, der Gouverneur der Provinz Henan, die Verträge, nach denen die HNCA (China’s Henan Civil Aviation and Investment Co.) dem Luxemburger Staat 35 Prozent der Cargolux-Aktien abkauft. Das Aktienpaket wurde kürzlich von der katarischen Fluggesellschaft Qatar Airways zurückgekauft.

Vor der Vertragsunterzeichnung war Bausch ge-stern in der Provinzhauptstadt Zhengzhou mit Guo Gengmao, dem Sekretär der Kommunistischen Partei Chinas in Henan, Provinzgouverneur Xie und Vizegouverneur Zhao Jiancai zusammengekommen. Bereits am Montag hatte der neue Transportminister in Peking eine Unterredung mit Vizeminister Xia Xinghua, der der Zivilluftfahrtbehörde der Volksrepublik vorsteht.

Der OGBL hat das Abkommen mit HNCA bereits am Montag als »unausgewogen« bezeichnet, weil es eher den Ausbau des Luftfahrtdrehkreuzes in Zhengzhou als eine Weiterentwicklung des Hubs in Luxemburg vorsehe. Während der Frachtverkehr in und aus China mit dem Know-how »einer der erfahrensten Gesellschaften in diesem Bereich« ausgebaut werde, könne man nicht von der in Aussicht gestellten »Dual-Hub-Strategie«, sondern müsse von einer »Single-Hub-Strategie« sprechen, erklärte die Gewerkschaft. Cargolux verpflichte sich, die Interessen von HNCA zu bedienen, ohne handfeste Gegenleistung zugunsten des Flughafens Luxemburg zu erhalten.

Zwar könne das »Vordringen auf den chinesischen Markt« kurzfristig positive Folgen haben, doch sei das Abkommen zu Kosten langfristiger strategischer Überlegungen abgeschlossen worden. Die Verträge enthielten »juri-stisch wertlose Zusagen seitens HNCA« und »konkrete und finanziell zwingende Verpflichtungen seitens Cargolux«. Das Abkommen sieht vor, daß sich die Cargolux an der Entwicklung des Luftfahrtdrehkreuzes am Flughafen von Zhengzhou beteiligt, der vorerst viermal pro Woche von der luxemburgischen Frachtfluggesellschaft angeflogen werden soll.

oe

Oliver Wagner : Mittwoch 15. Januar 2014