Patronat will mehr Flexibilität und weniger Lohn durchsetzen

Im Reinigungssektor zeichnen sich gewerkschaftliche Aktionen ab

Weil die Schlichtung im Streit um die Erneuerung des Kollektivvertrags gescheitert ist und die Patronatsvereinigung »Fédération des entreprises de nettoyage« dem Reinigungs­personal Verschlechterungen aufdrängen will, beschloß die Tarifkommission des OGBL aus dem Bereich der Gebäudereinigung am 12. Januar, in naher Zukunft gewerkschaftliche Aktionen durchzuführen.

Die Patronatsvereinigung hatte sich von Anfang an geweigert, Gespräche über die Erneuerung des Kollektivvertrags, der am 26. Februar abgeschlossen worden war und bis zum 30. April 2012 galt, aufzunehmen, so dass die Gewerkschaften die Schlichtungsprozedur eingeleitet hatten.

Diese Verhandlungen waren jedoch dazu verdammt, zu scheitern, da die Patronatsvertreter nicht nur die gewerkschaftlichen Forderungen, darunter eine lineare Lohnerhöhung von jeweils 1,5 Prozent für die Jahre 2014, 2015 und 2016, kategorisch ablehnten, sondern zusätzliche Flexibilität ohne die Zahlung von Überstunden bei Teilzeitbeschäftigten und eine Herabsetzung der »Prime d’assiduité« durchsetzen wollten. Die »Prime d’assiduité« fällt an, wenn keine Krankmeldungen zu verzeichnen sind.

89 der 91 Delegierten der Tarifkommission des OGBL lehnten die Patronatsforderungen, die zu einer massiven Verschlechterung des Kollektivvertrags führen würden, ab.

Während der nächsten Wochen wird es demnach zu gewerkschaftlichen Aktionen kommen. Die Gewerkschaft, die im Bereich der Gebäudereinigung die große Mehrheit der Personalvertreter stellt, fordert nicht nur lineare Lohnerhöhungen, sondern auch mehr Urlaub, eine Erhöhung der »Prime d’assiduité, die Einführung einer einmaligen Prämie, Verbesserungen für Teilzeitbeschäftigte und Änderungen im Anwendungsbereich des Kollektivvertrags.

Nik.

Dienstag 14. Januar 2014