ArcelorMittal will Löhne senken und Ruhetage abschaffen

Werden die Stahlarbeiter sich mit einem Streik zur Wehr setzen?

Nachdem am 5. November dieses Jahres 1.500 Beschäftigte aus den Hüttenwerken von ArcelorMittal mit einem Protestmarsch gegen den von den Stahlherren geforderten sozialen Kahlschlag deutlich gemacht hatten, dass sie der Erpressung des Patronats nicht nachgeben wollen, könnte es im Januar 2014 zu einer Streikaktion in der Stahlindustrie kommen.

In getrennten Sitzungen bekräftigten die Delegierten von OGBL und LCGB-SESM am Donnerstag dieser Woche, dass sie die vom Stahlkonzern gewollten niedrigeren Löhne und längeren Arbeitszeiten nicht hinzunehmen wollen.

Die Tarifkommission des OGBL will bis zum 20. Dezember dieses Jahres eine Informationskampagne und eine Urabstimmung über die Patronatsvorschläge bei den Beschäftigten der Stahlindustrie vornehmen. Sollten mehr als drei Viertel der Teilnehmer an der Urabstimmung den Patronatsvorschlag ablehnen, dürfte einer Streikaktion nichts mehr im Wege stehen.

Die Stahlherren, die den Kollektivvertrag am 15. Dezember 2012 einseitig aufgekündigt hatten und anschließend auch die Schlichtung scheitern ließen, wollen die Stahlarbeiter für die Jahre 2012 und 2013 nicht nur mit einer minimalen, einmaligen Prämie abspeisen, sondern beharren auch darauf, die Zahl der kollektivvertraglich abgemachten Ruhetage von 37 auf 28 herabzusetzen, die Anfangsgehälter für Stahlarbeiter um 10 Prozent und für Verwaltungspersonal um 15 Prozent herabzusetzen und die Löhne zwischen 2014 und 2016 einzufrieren.

Der Kollektivvertrag gilt nur noch bis zum 15. Dezember 2013.

A.R.

Ali Ruckert : Freitag 13. Dezember 2013