China Construction Bank in Luxemburg

Im Beisein ihres Vorsitzenden Hongzhang Wang eröffnete die China Construction Bank am Dienstag auf Nummer 1 am Boulevard Royal ihre Niederlassung in Luxemburg, die gleichzeitig ihr europäisches Hauptquartier ist.

Die China Construction Bank, die zwischen 1954 und 2005 People’s Construction Bank hieß, gehört zu den vier großen chinesischen Staatsbanken. Die Bank of America besitzt ein Prozent der Aktien der China Construction Bank, die staatliche indonesische Temasek Holdings 5,1 Prozent. Die China Construction Bank schuf vor mehreren Jahren zudem ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Bausparkasse Schwäbisch Hall.
Zwei weitere der größten chinesischen Banken, die Bank of China und die Commercial Bank of China, haben bereits Niederlassungen in Luxemburg.
Das Finanzkapital in Luxemburg und die Volksrepublik China haben offenbar ein gemeinsames Interesse daran, Luxemburg als wichtigstes Offshore-Zentrum in Europa für die chinesische Währung Renminbi (RMB) zu entwickeln. In Asien ist dies Hongkong.

Die Bank of China war die erste Bank am Luxemburger Finanzplatz, welche über eine Verrechnungsstelle grenzüberschreitende Geschäfte in RMB mit anderen Finanzgesellschaften abwickelte.

In Luxemburger Investitionsfonds lagern inzwischen mehr als 200 Milliarden Renminbi. Zwei Fünftel aller Direktinvestitionen aus China in Europa werden inzwischen über Luxemburg abgewickelt. Mit der Niederlassung der China Construction Bank in Luxemburg dürfte diese Entwicklung schnell noch größere Ausmaße annehmen.

Wie verlautet sollen die Chinesen den früheren neoliberalen LSAP-Wirtschaftsminister Jeannot Krecké als Verwaltungsratsmitglied ihrer Niederlassung angeheuert haben.

Krecké sitzt bekanntlich u.a. auch im Verwaltungsrat von ArcelorMittal und der russischen East-West United Bank.

A.R.

Ali Ruckert : Mittwoch 30. Oktober 2013