Kalte Dusche für die Beschäftigten von Duscholux und Belaton

73 Entlassungen

Mitten im Sommer gibt es eine kalte Dusche für die Beschäftigten des Badezimmerausstatters Duscholux. Wie am Montag bekannt wurde, soll die Niederlassung in Mensdorf geschlossen und alle 56 Beschäftigten auf die Straße gesetzt werden. Am heutigen Dienstag sollen Verhandlungen über einen Sozialplan beginnen.

Auch das in Sandweiler ansässige Unternehmen Belaton, das mit Duscholux verflochten ist, will sofort 17 der 37 Beschäftigten entlassen. Sie fallen noch unter den Sozialplan, der im Dezember 2007 von den Gewerkschaften für 26 Arbeiter, die Belaton auf die Straße setzte, ausgehandelt wurde und eine Dauer von 2 Jahren (vom 1. Januar 2008 bis zum 31. Dezember 2009) hat.

Belaton hatte bereits zuvor Teile der Produktion ins Ausland verlagert und die Zahl seiner Beschäftigten in Etappen von 220 auf 87 im Dezember 2007 gesenkt. Nicht auszuschließen ist jedoch, dass über kurz oder lang auch die restlichen 20 Beschäftigten »abgewickelt« und das Unternehmen ganz geschlossen wird.

Wer steckt hinter Duscholux?

Der Vorstand der international operierende Unternehmensgruppe Duscholux, die ihren Hauptsitz in der Schweiz hat, begründete die Schließung der Niederlassung in Sandweiler mit »einem starken Rückgang der Verkäufe in Frankreich und Deutschland«. Doch während die Niederlassung in Luxemburg angeblich Defizit macht, sind die Geschäfte des Badezimmerausstatters insgesamt sehr profitabel. Einmal mehr dürfte hier die Krise zum Vorwand genommen werden, um die seit längerem geplante Schließung der Niederlassung zu vollziehen.

Die Besitzverhältnisse bei Duscholux, das sich auf seiner Luxemburger Internetseite als den »weltweit führenden Anbieter von erstklassigen Bad- und Wellnesseinrichtungen« darstellt, sind allerdings undurchsichtig.
Gegründet wurde das Unternehmen, das im Jahr rund 700 Millionen Euro Umsatz macht, von einem der reichsten Unternehmer Deutschlands, dem Besitzer der Bauhaus AG, Heinz Georg Baus.

Wie das im Kapitalismus üblich ist, wo eine Hand die andere wäscht, schaltete Baus seiner Unternehmensgruppe in Luxemburg Investitionsgesellschaften vor, um die Profitströme diskret zu lenken, Steuern in der Schweiz zu sparen und die tatsächlichen Eigentumsverhältnisse zu verschleiern.

Dazu gehört auch, dass Duscholux rechtlich nicht zum Imperium seines Gründers gehört, sondern während Jahrzehnten nach außen hin vom Baus-Freund Heinz Scholl gelenkt wurde.

A.R.

Ali Ruckert : Dienstag 4. August 2009