Villeroy & Boch: Die einen kassieren Dividenden, die anderen werden entlassen

Der Porzellanhersteller Villeroy & Boch machte während der ersten sechs Monate dieses Jahres einen Umsatz von 348,6 Millionen Euro, gegenüber 434,8 Millionen Euro im Vorjahr. Das ist ein Rückgang von 19,8 Prozent.

Generell hatte das Unternehmen, das für die zwei ersten Quartale dieses Jahres einen Verlust von 74,1 Millionen Euro angibt, in allen Ländern einen Umsatzrückgang zu verzeichnen. Die größten Verluste im Bereich »Bad und Wellness« gab es jedoch in den USA (-48 Prozent), Großbritannien (-45 Prozent), Osteuropa (-44 Prozent) und Frankreich (-17 Prozent).

Durch Kurzarbeit und Stellenabbau reduzierte das Unternehmen seine Lohnausgaben um 13,6 Millionen Euro.

Der Abbau ist damit aber keinesfalls abgeschlossen, denn bekanntlich hat Villeroy & Boch bereits im März dieses Jahres beschlossen, auch die Produktion in Rollingergrund einzustellen und 230 Beschäftigte im Jahr 2010 auf die Strasse zu setzen.

Das ist gut für den Aktienkurs, der seit April 2009 um mehr als 50 Prozent anstieg. So pervers funktioniert der ganz gewöhnliche Kapitalismus!
Während die Beschäftigten entlassen werden, dürfen die Aktionäre noch einmal höhere Dividenden einstreichen. Die Generalversammlung der Villeroy & Boch AG beschloss am 15. Mai dieses Jahres, für das Geschäftsjahr 2008 insgesamt 8,96 Millionen Euro an Dividenden auszuschütten.

A.R.

Ali Ruckert : Freitag 31. Juli 2009