Kollektivvertrag für die 1.100 Beschäftigten von Cargolux unterzeichnet

Keine Lohnkürzungen und kollektivvertraglichen Einschnitte, aber Reallöhne gehen weiter zurück

Am 8. August setzten die Gewerkschaften und die Direktion der Cargolux ihre Unterschrift unter den neuen Kollektivvertrag für die 1.100 Beschäftigten des Frachtflugunternehmens.

Zwei Tage zuvor hatte der »Comité mixte« des Unternehmens grünes Licht für die angestrebten Arbeitszeitmodelle beim Flugpersonal gegeben.
Das Unternehmen hatte den Kollektivvertrag am 28. September 2012 aufgekündigt und seine Absicht bekundet, Lohnkürzungen und die Abschaffung aller im Laufe der Jahre von den Beschäftigten und ihren Gewerkschaften erkämpften kollektivvertraglichen Vorteile anzustreben. Lediglich die gesetzlichen Minima sollten zurückbehalten werden. Auf dem Buckel des Personals sollten 37 Millionen Euro für die Jahre 2013 und 2014 gespart werden.

Das hatte zu einem Zerwürfnis mit den Gewerkschaften geführt, die angekündigt hatten, sie würden alle gewerkschaftlichen Mittel ausschöpfen und das nationale Schlichtungsamt anrufen, um den geplanten Sozialabbau zu verhindern. Gleichzeitig hatten sie sich bereit erklärt, die Diskussion darüber zu führen, in welchem Maße die Beschäftigten dabei helfen könnten, das Unternehmen, das 2012 mit einem Verlust von 35,1 Millionen Dollar abschloß, aus den roten Zahlen zu bringen.

In dem nun unterzeichneten Kollektivvertrag, der rückwirkend ab dem 1. Januar 2013 gilt und eine Dauer bis zum 31. Dezember 2014 hat, heißt es denn auch, während der Laufdauer des Vertrags würden Arbeitsgruppen eingesetzt, welche »produktivitäts- und effizienzsteigernde Mittel« beim Boden- und Flugpersonal ausarbeiten sollen, die dann in den Vertrag integriert würden.

Lohnkürzungen und ein Abbau kollektivvertraglicher Vorteile sollen hingegen vom Tisch sein. Das soll auch für eine Auslagerung der Flugzeugwartung und die noch vor neun Monaten angekündigte Flottenreduzierung gelten. Die Arbeitsplätze seien nun abgesichert, schreibt der OGBL in einer Stellungnahme.

Weil die kollektivvertraglichen Abmachungen aber keinerlei Lohnerhöhungen für die Beschäftigten vorsehen, heißt das auch, dass deren Reallöhne und Kaufkraft infolge der Indexmanipulation während der Jahre 2013 und 2014 weiter schrumpfen werden.

A.R.

Ali Ruckert : Freitag 9. August 2013