Die Schlichtung geht weiter

Erstes Treffen der ArcelorMittal- Direktion und der Gewerkschaften vor dem Schlichtungsamt ergebnislos verlaufen

Nachdem die Direktion des Stahlkonzerns ArcelorMittal Mitte Dezember vergangenen Jahres den Kollektivvertrag für die rund 4.500 Beschäftigten des Konzerns in Luxemburg einseitig aufgekündigt hat und seitdem auf Zeit spielt, fand am Donnerstag das erste Treffen vor dem nationalen Schlichtungsamt statt. Wie die Gewerkschaften OGBL und LCGB am Abend mitteilten, verliefen die Verhandlungen ohne Ergebnis.

Der Schlichter habe den beiden Tarifparteien geraten, sich bis zum 17. September, wenn das zweite Treffen vor dem Schlichtungsamt stattfinden soll, noch einmal an einen Tisch zu setzen und nach einer betriebsinternen Einigung zu suchen. Neben einer langfristigen Absicherung der Produktionsstätten des Stahlkonzerns in Luxemburg fordern die Salariatsvertreter von der Direktion Lohngarantien und die Beibehaltung der Freizeitregelung, so wie sie im gekündigten Kollektivvertrag vereinbart war.

Zunächst fordert der OGBL jedoch Antworten hinsichtlich einer geforderten Einmalprämie für die Jahre 2012 und 2013. Erst dann will die Gewerkschaft über die Zukunft der Produktionsstätten und einen neuen Kollektivvertrag verhandeln. Die Direktion hatte zuletzt Einmalprämien in Höhe von 300 Euro vorgeschlagen, was den Gewerkschaften eindeutig zu wenig ist.

Die Absicherung der ArcelorMittal-Standorte Schifflingen, Belval, Rodange und Differdingen soll in einem Abkommen der Stahltripartite, an dem sich neben den Gewerkschaften und dem Konzern auch die Regierung beteiligt, festgehalten werden. Da das Abkommen eine Laufzeit bis 2020 haben soll, soll es Lux-2020 heißen. Im März vergangenen Jahres wurde das Tripartiteabkommen Lux2016 unterzeichnet.

Bevor der OGBL einen neuen Kollektivvertrag unterschreibt, fordert er die Zusicherung, daß die »Cellule de reclassement« (CDR) und die Vorruhestandsregelungen bis 2020 beibehalten werden. Außerdem soll der Konzern die durch Investitionen erreichten Produktivitätsgewinne bestätigen, den Maschinen- und Werkzeugbestand ausbauen sowie den Mitarbeitern gezielte Weiterbildungsangebote unterbreiten.

Jean-Claude Bernardini vom OGBL hat betont, daß seine Gewerkschaft das nationale Schlichtungsamt eingeschaltet hat, um die Möglichkeit eines Streiks nicht zu verlieren. Sollte es bis Ende November nicht zu einer Einigung kommen, läuft die gesetzliche Frist für die Schlichtungsprozedur aus. Sobald die Nichteinigung förmlich festgestellt werden, darf gestreikt werden.

oe

Oliver Wagner : Freitag 2. August 2013