»Supermarché Boon« in Esch schließt im Januar

Am 17. September dieses Jahres hatten wir auf Seite 1 unserer Zeitung über die großen Schwierigkeiten berichtet, mit denen seit Wochen das Personal des »Supermarché Boon« in der Escher Alzette-Straße konfrontiert war. Allen voran waren den Beschäftigten die Löhne mit ziemlicher Verspätung (und nur in Etappen) ausbezahlt worden, was wir damals als Vorboten einer möglichen Geschäftsschließung bezeichneten. Zumal auch weitere Fakten in eine solche Richtung deuteten: Schließung der Filiale in der Hauptstadt, nur mehr zum Teil gefüllte Regale, zunehmend ausbleibende Kundschaft, … und immer weniger Personal im Geschäft.

Eine Geschäftsschließung sei in keinem Falle vorgesehen, hieß es allerdings noch am gleichen Tag in einer von der Geschäftsführung an uns gerichteten Richtigstellung. Eine Aussage, die wir unseren Lesern in unserer Ausgabe vom 18. September auch nicht verschwiegen. So manches in unserem Bericht hätte nicht der Wahrheit entsprochen, hatte die Firmenleitung weiter verlauten lassen. Wobei uns niemand anders als das Personal selbst über die beängstigenden Zustände bei »Boon« informiert hatte. Personen also, die es eigentlich bestens wissen mussten.

Seit wenigen Tagen weiß dieses Personal nun, wie wenig den damaligen Worten der Geschäftsführung zu trauen war. Denn entgegen deren nur drei Monate alten Behauptung, die Zukunft der Filiale in Esch sei auf alle Fälle abgesichert, werden im kommenden Monat die Lichter des Supermarkts nun doch ausgehen. Und zwar endgültig.

Vor Tagen kursierten in Esch in dieser Hinsicht Gerüchte, die Geschäftsführung habe Konkurs beantragt. Gestern wollten andere wissen, das Geschäftslokal sei an ein angrenzendes Kleidergeschäft verkauft worden. Wie dem aus sei, vier der sechs Mitarbeiter ist bereits gekündigt worden. Als Begründung wurde ein Einstellen der Geschäftsaktivitäten angegeben.

Schöne Feiertage werden dem betroffenen Personal sicherlich nicht bevorstehen. Im Gegenteil.

g.s.

Gilbert Simonelli : Sonntag 28. Dezember 2008